«Mönsche vo Bärn»: Menschen und ihre Storys auf Facebook

Aktualisiert

«Mönsche vo Bärn»Menschen und ihre Storys auf Facebook

Foto-Ausstellung auf Facebook: David Wöhrle ist auf der Suche nach Berner Originalen und ihren Geschichten.

von
Alexandra Graber

Er läuft mit seiner Handycam durch Berner Strassen – auf der Suche nach Geschichten, die das Leben schreibt: Menschen und deren Schicksale stehen im Fokus von Wöhrles Reportagen. «Die Berner leben in der Regel isoliert, haben ihren eigenen Freundeskreis und gegenüber Unbekannten Hemmungen», so Wöhrle. Deshalb will er solchen Leuten mit Offenheit begegnen und mit seinem Fotoprojekt «Mönsche vo Bärn» Vorurteile abbauen. So traf er etwa auf einen Velomechaniker der früher aus alten Schlittschuhen edle Damenschuhe zauberte. Ohne das Facebook-Projekt wäre Wöhrle wohl nie auf ihn zugegangen: «Privat war ich bisher nicht der Typ, der einfach so Menschen anspricht.» Inspirieren liess sich der 33-Jährige vom Erfolgsblog «Humans of New York», der auf dem gleichen Konzept basiert.

Innere Werte haben Vorrang

Seit dem Projektstart vor zwei Wochen hat der Jugendarbeiter gut zwei Dutzend wildfremde Menschen angesprochen und fotografiert: «Die Porträts sollen helfen, Menschen nicht nur nach Äusserlichkeiten zu beurteilen», sagt er. Konkrete Pläne, was aus seinen Foto-Streifzügen dereinst werden soll, hat er nicht – daraus könnte ein eigener Internetauftritt oder sogar ein Bildband entstehen. Die Resonanz ist jedenfalls beachtlich – gestern hatte seine Facebookseite bereits rund 400 Fans.

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