Lukratives Geschäft: Menschenhändler & Co. machen Billionen-Umsatz

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Lukratives GeschäftMenschenhändler & Co. machen Billionen-Umsatz

Auf astronomische 2,1 Billionen Dollar schätzt die Uno den Schaden, der durch das organisierte Verbrechen verursacht wird. Eine Summe, die dem Bruttoinlandprodukt Grossbritanniens entspricht.

von
bee
Juri Fetodow, Direktor des Uno-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC).

Juri Fetodow, Direktor des Uno-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC).

Die Schadenssumme für die grenzüberschreitende Kriminalität entspricht etwa dem Bruttoinlandprodukt Grossbritanniens oder 3,6 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Dies hat eine Untersuchung der Vereinten Nationen ergeben. Wäre die organisierte Kriminalität ein Land, dann stünde sie auf der Liste der zwanzig grössten Volkswirtschaften der Welt.

«Es ist klar, dass das, was früher nur als Verbrechen betrachtet wurde, heute eine globale Bedrohung für die Gesundheit, Sicherheit und nachhaltige Entwicklung der Welt ist», erklärte Juri Fedotow, der Leiter des Uno-Büros zur Drogen- und Verbrechensbekämpfung am Montag in Wien. Man müsse dementsprechend auch anerkennen, dass das Problem eine globale Lösung verlange, sagte er am Rande der Uno-Konferenz zum Thema Kriminalität. «Kein Land kann dieses Problem alleine bewältigen.»

Schwache Länder besonders anfällig

Es werde immer schwieriger, kriminelle Gruppen zu bekämpfen, die Banden zeigten eine «beeindruckende Anpassungsfähigkeit» an die Aktionen der Strafverfolgungsbehörden und würden sich leicht neue Ertragschancen erschliessen, sagte ein ranghoher US-Beamter bei der Konferenz in Wien, wie Spiegel Online berichtet.

Grenzüberschreitende Kriminalität könne das Erreichen der Millenniums- Entwicklungsziele der Uno bis 2015 gefährden, sagte er anlässlich der Eröffnung der Konferenz. Schwache Länder seien besonders anfällig für organisiertes Verbrechen.

32 Milliarden Dollar aus Menschenhandel

«Diese Länder, manche von ihnen kriegsgeschädigt, andere auf dem schwierigen Weg zur Demokratie, fallen dem organisierten Verbrechen zum Opfer», sagte Fedotow. Er forderte, dass alle Mitgliedsstaaten die UN-Konventionen gegen Drogen, Verbrechen und Korruption ratifizieren und umsetzen.

Die erste globale Studie zu diesem Thema basiert auf Zahlen des UNODC und der Weltbank aus dem Jahr 2009. Noch gibt es keine Vergleichszahlen, doch Fedotow hat das Gefühl, dass sich die Lage stetig verschlimmere. Schon jetzt sind die Einzeldaten erschreckend: Wie die Studie schreibt, sind bis zu 2,4 Millionen Menschen weltweit Opfer von Menschenhandel. Den Entwicklungsländern gehen jährlich 40 Milliarden Dollar durch Korruption verloren. Allein die Einkünfte der Menschenhändler summierten sich auf 32 Milliarden Dollar. (bee/sda)

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