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Menschenrechtler kritisieren Polizei von Sao Paulo

Während die Polizei in der Nacht auf heute 22 weitere Kriminelle tötete, wächst die Kritik von Beobachtern am Vorgehen der Ordnungshüter der brasilianischen Metropole.

Die Zahl der Toten erhöhte sich seit Freitag auf 155. Bereits am Dienstag töteten Sicherheitskräfte mindestens 33 mutmassliche Mitglieder der Verbrecherorganisation PCC. Die Polizei machte laut Medienberichten keine Angaben zur Identität der getöteten mutmasslichen Kriminellen. Sie äusserte sich auch nicht dazu, wo und unter welchen Umständen sie getötet wurden.

Menschenrechtsaktivisten äusserten die Befürchtung, dass auch unschuldige Personen von der Polizei getötet worden sein könnten. «Das Klima des Terrors dürfe nicht zu einem Freibrief zum Töten werden», sagte Ariel de Castro Alves, der Koordinator der brasilianischen Menschenrechtsbewegung.

Auslöser der Gewalt, der auch 40 Polizisten zum Opfer fielen, war die Verlegung von mehreren Häftlingen in ein Hochsicherheitsgefängnis, woraufhin es zu Gefängnisrevolten kam und kriminelle Banden auf den Strassen vor allem Polizisten angriffen. Die Angriffe sollen von Bandenführern der PCC per Mobiltelefon angeordnet worden sein. Die PCC wurde 1993 in einem Gefängnis von Sao Paulo gegründet und ist in Drogen- und Waffenhandel, Entführungen und Erpressungen verwickelt. (dapd)

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