Aktualisiert 21.04.2006 17:09

Menschenschmuggel mit Schweizer Visa?

Die Visa-Affäre um die Schweizer Botschaft in Pakistan weitet sich aus. Ein lokaler Mitarbeiter wurde inzwischen in Untersuchungshaft genommen. Die pakistanischen Behörden ermitteln wegen Verdachts auf Menschenschmuggel.

EDA-Sprecher Jean-Philippe Jeannerat bestätigte am Freitag Informationen von Schweizer Radio DRS, dass ein lokaler Botschaftsmitarbeiter von den pakistanischen Behörden festgenommen wurde. Gegen den Mann waren bereits im vergangenen Februar Vorwürfe erhoben worden, er habe von Frauen Sex als Gegenleistung für ein Visum in die Schweiz verlangt. Die pakistanische Bundespolizeibehörde (FIA) ermittelt nun auch wegen Menschenschmuggels. Es bestehe der Verdacht, dass Angestellte der Botschaft Schweizer Visa missbraucht hätten, um Pakistanern die illegale Einreise nach Europa zu ermöglichen, sagte FIA-Generaldirektor Tariq Thosa im Schweizer Radio DRS.

Das EDA hat inzwischen eine Administrativuntersuchung eröffnet, wie Jeannerat erklärte. Es gehe darum zu prüfen, ob die Organisation der Schweizer Vertretung in Islamabad insbesondere im Bereich der Erteilung von Visa zweckmässig sei. Gleichzeitig sollen alle Vorwürfe, die in Pakistan geäussert wurden, noch einmal sorgfältig geprüft werden. Bereits im März hatte das EDA einen Inspektor nach Islamabad geschickt, um die Abläufe in der Botschaft zu prüfen. Der Bericht des Inspektors hat das EDA laut Jeannerat zur Eröffnung der Administrativuntersuchung bewogen. Eine Rolle gespielt habe aber auch das Strafverfahren, das die pakistanischen Behörden gegen den Mitarbeiter der Botschaft eröffnet hätten. (dapd)

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