Psychische Gesundheitshilfe in den sozialen Medien - Mental Health Start-Ups mischen auf Social Media mit
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Psychische Gesundheitshilfe in den sozialen MedienMental Health Start-Ups mischen auf Social Media mit

Das Thema mentale Gesundheit hat in Corona-Zeiten eine neue Dimension erreicht. Mit SR-Health und krisenchat.de sind gerade zwei neue Start-Ups in den Startlöchern, um die Marktlücke zu schliessen.

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Picstars
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Sophia Thiel und ihr Partner Raphael Birchner haben ihr Start-Up SR-Health gegründet, durch welches sie das Thema Mental Health entstigmatisieren wollen.

Sophia Thiel und ihr Partner Raphael Birchner haben ihr Start-Up SR-Health gegründet, durch welches sie das Thema Mental Health entstigmatisieren wollen.

Instagram / sophia.thiel
Für Sophia ein sehr persönliches Anliegen, da sie mit der eigenen mentalen Gesundheit stark zu kämpfen hatte, worüber sie im Februar, nach einer fast zweijährigen Social Media Pause, in diesem Video sprach.

Für Sophia ein sehr persönliches Anliegen, da sie mit der eigenen mentalen Gesundheit stark zu kämpfen hatte, worüber sie im Februar, nach einer fast zweijährigen Social Media Pause, in diesem Video sprach.

Instagram / sophia.thiel
Die damals 24-jährige hat zwei Monate nach ihrer Rückkehr auf den sozialen Plattformen auch öffentlich gemacht, dass sie unter einer Essstörung leidet. 

Die damals 24-jährige hat zwei Monate nach ihrer Rückkehr auf den sozialen Plattformen auch öffentlich gemacht, dass sie unter einer Essstörung leidet.

Instagram / sophia.thiel

Darum gehts

  • Die Corona-Pandemie hat die Psyche vieler, jedoch allen voran, die der jungen Menschen, angegriffen.

  • Die grösser werdende Marktlücke «online Hilfestellungen bei psychischen Problemen» wird von zwei deutschen Start-Ups aufgegriffen.

  • SR-Health und krisenchat.de gehen die Problematik von unterschiedlichen Perspektiven an.

  • SR-Health will Hemmungen abbauen und Menschen den Mut geben, sich professionelle Hilfe zu suchen.

  • Krisenchat.de funktioniert als erste Anlaufstelle für junge Menschen via Chat über Whatsapp, um schnell und kostenfrei erste Hilfe bei psychischen Problemen zu bekommen.

Dass eine Pandemie nicht spurlos an der Psyche vorbei geht ist klar. Corona war für die meisten eine grosse Herausforderung. Nach Medisinn haben psychische Erkrankungen in den vergangen Jahrzehnten stark zugenommen und durch Corona noch einen starken Anschub bekommen. Vor allem Jugendliche und Kinder sind psychisch betroffen. 43 % der Kinder und Jugendlichen leiden seit Corona verstärkt unter psychischen Problemen, wobei Jugendliche zwischen elf und 19 Jahren besonders unter Ängsten und Depressionen leiden und Kinder im Vorschulalter vermehrt trotziges Verhalten und Aggressivität aufweisen. Am stärksten betroffen sind die 14 bis 19-Jährigen.

Eine App und ein Chat-Dienst sollen gegen dieses Problem vorgehen

Bei genau dieser Problematik setzen die beiden Start-Ups an wie die beiden in einem Interview mit Gründerszene bekanntgeben. Sophia Thiels und Raphael Birchners Ansatz soll keine Therapie ersetzen und keine Form der Selbsttherapie sein, sondern einen leichten Einstieg in die Thematik ermöglichen und Hemmungen und Hindernisse minimieren. In der App sind verschiedene Module zu finden, welche alle das Ziel verfolgen, die Thematik Mental Health zu entstigmatisieren. Verschiedene Influencerinnen und Influencer werden Testimonials und Erfahrungsberichte in der App teilen. Dadurch können Nutzer und Nutzerinnen Parallelen zum eigenen Verhalten ziehen und sollen anfangen, das eigene Verhalten zu reflektieren. Ausserdem wird eine Therapeutin oder ein Therapeut die professionelle Sichtweise der besprochenen Probleme teilen. Durch diese Strategie für die App wird Nahbarkeit, Vertrauen und ein hoffentlich grosser Mehrwert für die Nutzer der App geschaffen.

Das Startup krisenchat.de knüpft am selben übergeordneten Problem an, jedoch an einem anderen Startpunkt. Auf Whatsapp sollen junge Menschen, bis 25 Jahren, schnell, einfach und kostenfrei Hilfe von einer professionellen Therapeutin oder einem professionellen Therapeuten bekommen. Es geht darum, rund um die Uhr eine Anlaufstelle für erste Hilfe bei psychischen Problemen von jungen Menschen zu sein und Informationen für weiterführende Hilfsangebote weiterzugeben. Es stehen der Plattform Gründerszene zufolge rund 3000 Therapeuten auf freiwilliger Basis zur Verfügung, welche sich monatlich um etwa 4000 Anfragen kümmern. Gegründet wurde das Start-Up während des ersten Corona-Lockdowns in Deutschland. Die Gründer teilen auf ihrer Website mit: «Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die offenkundig wachsende Dunkelziffer von jungen Hilfesuchenden zu reduzieren. Deshalb möchten wir vor allem Kinder und Jugendliche erreichen, die sich bisher keine Hilfe gesucht haben und sich noch nie mit ihren Ängsten, Problemen und Sorgen an jemanden gewandt haben.» Durch Content auf Instagram und Tiktok leisten sie ausserdem Aufklärungsarbeit zum Thema psychische Gesundheit, was zur Entstigmatisierung des Themas beiträgt.

Wir verstehen uns ausdrücklich als Krisenintervention und keine langfristige Beratung oder Therapieersatz. Unsere Berater und Beraterinnen durchlaufen ein umfangreiches Beratungstraining und inhaltliche Begleitung.

Jan Wilhelm, Julius de Gruyter, Kai Lanz, Hans Raffauf, Iris Lanz und Melanie Eckert

Antrieb wird in den eigenen Erfahrungen gefunden

Sophia Thiel bekommt täglich Nachrichten, vorwiegend von Frauen, die ihr von ihren Problemen erzählen, welche oft auch in Verbindung mit einer Essstörung stehen, wie sie Gründerszene gegenüber berichtet. Erst im vergangenen Februar, am Valentinstag, ist Sophia aus einer fast zweijährigen Social Media Pause zurückgekehrt. Sehr offen und verletzlich erzählt sie in einem Youtube-Video von einem Zusammenbruch, den sie kurz vor der FIBO 2019, einer Fitnessmesse in Köln, hatte, welcher sie schlussendlich zu der Auszeit bewogen hat. Zwei Monate nachdem dieses erste Video öffentlich wurde, veröffentlicht sie noch ein zweites Video, in welchem sie auf ihre Essstörung eingeht.

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Das Influencer Radar entsteht im Rahmen einer Content-Partnerschaft zwischen 20 Minuten und Picstars. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei 20 Minuten.

Picstars ist die führende Anbieterin für kreatives, zeitgeistiges und datengesteuertes Influencer-Marketing in der Schweiz. Die 2014 gegründete Agentur, mit Sitz in Zürich und Berlin, findet den «Perfect Match» zwischen Kunden, Kampagnen und Influencer*innen und kreiert inspirierendes Storytelling für eine authentische Markenkommunikation. picstars.com

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