Aktualisiert 10.10.2005 23:42

Merkel: Die Erste in vielerlei Hinsicht

Wenn der politische Himmel über Berlin nicht einfällt, wird Angela Merkel als erste Frau deutsche Bundeskanzlerin. Sie wird «die Erste» - die erste Frau, die Erste aus dem Osten und die jüngste Kanzlerin.

Wenn sie in einigen Wochen im Bundestag gewählt wird, ist sie aber auch in anderer Hinsicht die erste Frau im Amt des Bundeskanzlers:

Herkunft: Merkel wurde zwar in Hamburg geboren. Doch weil ihr Vater eine Pfarrstelle in Brandenburg übernahm, kam sie schon im zarten Baby-Alter in die DDR. Aufgewachsen ist sie in Templin. Sie wäre damit die erste Ostdeutsche im Amt des Bundeskanzlers.

Ihre Vorgänger stammten alle aus dem Westen und lebten in ihrer Jugend in Städten. Konrad Adenauer stammte aus Köln, Helmut Schmidt aus Hamburg. Ludwig Erhard aus Fürth, Helmut Kohl aus Ludwigshafen, Willy Brandt aus Lübeck, Kurt Georg Kiesinger aus Ebingen. Nur Gerhard Schröder wuchs in einem kleineren Ort als Merkel auf.

Beruf: Dr. rer. nat. Merkel wäre die erste Naturwissenschaftlerin auf den Sessel des bundesdeutschen Regierungschefs. 1978 bis 1990 arbeitete sie als Physikerin. Ihre Vorgänger waren in der Mehrzahl Juristen oder Wirtschaftswissenschaftler. Adenauer war Jurist, auch Schröder arbeitete als Rechtsanwalt.

Erhard und Schmidt waren Volkswirte, Kohl war Historiker. Brandt konnte wegen seiner Emigration in der NS-Zeit kein reguläres Studium absolvieren und arbeitete im Exil als Journalist.

Alter: Merkel wurde am 17. Juli 1954. Bei ihrer Wahl in einigen Wochen wäre sie mit ihren 51 Jahren auch die jüngste Kanzlerin -ein paar Monate jünger als Kohl, der mit 52 Kanzler wurde. Im Vergleich zu Adenauer, der mit 73 Jahren Kanzler wurde, war auch Schröder in einem jugendlichen Alter, als er mit 54 Jahren ins Kanzleramt einzog.

(sda)

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