Neuland: Merkel ermahnt Mittelstand
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NeulandMerkel ermahnt Mittelstand

Kaum ist sie bei Instagram, schwingt sich Angela Merkel zum Internet-Apostel auf. Der Mittelstand dürfe die Digitalisierung nicht verpassen.

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isa/dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel ermahnt mittelständische Unternehmen zu mehr Mut bei der Digitalisierung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ermahnt mittelständische Unternehmen zu mehr Mut bei der Digitalisierung.

Kein Anbieter/Stephanie Pilick/dpa

Die digitale Gesellschaft und Wirtschaft haben ihre Tücken. Deshalb hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den deutschen Mittelstand gewarnt, die Herausforderungen nicht zu verschlafen. «Mit dem Schlagwort Industrie 4.0 ist es nicht getan», sagte sie bei einer Konferenz des CDU-Wirtschaftsrates.

Einige Unternehmen hätten die Herausforderungen erkannt. Aber in der Breite des Mittelstandes sei die Tiefe der Veränderungen wohl noch nicht ausreichend erkannt, sagte Merkel. Es reiche nicht aus, einen IT-Beauftragten zu ernennen. Der Anstoß müsse aus den Chefetagen kommen: «Das Ganze muss vom CEO aus gedacht werden.»

«Wertschöpfungschance der Zukunft»

Nach Merkels Worten ist ein positives Verhältnis zum Phänomen Daten erforderlich. Daten seien der Rohstoff in einer digitalen Welt. Es dürfe daher nicht als erstes über den Schutz nachgedacht werden, sondern über die Chancen. «Big Data ist keine Bedrohung, sondern die Wertschöpfungschance der Zukunft.» Auch im europäischen Wettbewerbsrecht seien neue Wege nötig.

Merkel warb erneut für einen zügigen Abschluss des umstrittenen Freihandelsabkommens TTIP zwischen den USA und der EU. «Ich bin stark dafür, dass wir es schnell abschließen», sagte die Kanzlerin. Beide Seiten hätten ein Interesse, weltweit Standards zu setzen. Das sei der eigentliche Wert eines Freihandelsabkommens. Mit Blick auf Bedenken sagte Merkel, europäische Anforderungen etwa beim Umwelt- und Verbraucherschutz würden nicht unterschritten. Es gebe sogar Bereiche, in denen es in de USA höhere Standards gebe.

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