Merkel: Keine Anzeichen für wirtschaftlichen Niedergang
Aktualisiert

Merkel: Keine Anzeichen für wirtschaftlichen Niedergang

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht trotz der Krise an den internationalen Finanzmärkten nicht die Gefahr eines Wirtschaftsabschwungs in Deutschland.

«Es gibt keine Anzeichen für eine Rezession in Deutschland», sagte die Kanzlerin am Dienstag in einem NDR Info-Interview. «Die Bürger sollen auf gar keinen Fall jetzt in vorschnelle Reaktionen ausbrechen», betonte Merkel. Die Regierung tue alles, um ein Stück Stabilität zu bringen.

Europa sei nicht mehr so stark wie früher von den Entwicklungen in den USA abhängig, begründete sie. Es sei gut, dass es den europäischen Binnenmarkt und einen starken Euro gebe. Die Importe funktionierten sehr gut. «Europa gilt als ein Stabilitätsanker in der Weltwirtschaft.» Es gebe also keinen Grund, an eine Rezession in Europa zu glauben oder sie zu vermuten.

Merkel betonte, die Bundesregierung habe angesichts der fallenden Börsenkurse insbesondere die öffentlichen Finanzinstitute im Blick. Es gehe darum, darauf zu achten, ob die Unternehmen die notwendigen Kredite bekämen, um ihre Investitionen tätigen zu können. «Bis jetzt funktioniert das noch ganz gut.» Deswegen brauche man zwischen Wirtschaft und Politik ein vernünftiges Verhältnis.

Merkel sagte, die Bundesregierung beobachte die Entwicklung an den Finanzmärkten «sehr intensiv». Die Lehre für die Politik sei, «dass wir absolut Kurs halten müssen». Die Zeit der Reformen könne nicht vorbei sein. Man müsse um jeden Arbeitsplatz kämpfen, eine solide Haushaltsführung betreiben und die Erbschaftsteuerreform umsetzen.

Merkel unterstrich, bei der produzierenden Wirtschaft seien die Auftragsbücher voll. In der kommenden Woche werde sie sich unter anderem mit dem englischen Premierminister und den französischen Präsidenten in London treffen, um über mehr Transparenz auf den Finanzmärkten zu sprechen. (dapd)

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