Merkel schliesst ersten Besuch in China ab
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Merkel schliesst ersten Besuch in China ab

Mit einer Fahrt in der Magnetschwebebahn von Schanghai hat Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag ihren ersten offiziellen China-Besuch beendet. Hauptthema der Bundeskanzlerin war die in China grassierende Produktpiraterie.

Die Regierungschefin fuhr mit 430 Kilometern in der Stunde zum Flughafen; die Transrapid-Strecke soll bis 2010 von derzeit rund 30 auf 170 Kilometer verlängert werden. Vor ihrer Rückkehr nach Berlin war noch ein Zwischenstopp in der kasachischen Stadt Almaty geplant.

Vor der deutschen Handelskammer in Schanghai sprach sich Merkel noch einmal deutlich zum Kampf gegen die Produktpiraterie aus. Die deutsche Delegation habe während ihrer Gespräche in China immer wieder den Schutz des geistigen Eigentums angesprochen. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao sagte am Montag zu, das geistige Eigentum künftig besser zu schützen. Er räumte die Probleme beim Ideen- und Patentschutz ein und sagte, China wolle juristische Voraussetzungen schaffen, um besser gegen Diebstahl vorgehen zu können.

Dem ZDF-Morgenmagazin sagte Merkel am Dienstag, die chinesische Wirtschaft habe Wachstumsraten, «von denen wir nur träumen». Da die chinesischen Unternehmen künftig verstärkt eigene Technologien entwickeln wollten, müsse sich die deutsche Wirtschaft auf einen zunehmenden Wettbewerb und harte Verhandlungen einrichten.

Merkel traf am Dienstag noch zu einer Unterredung mit dem katholischen Bischof Aloysius Jin zusammen, der bis 1982 insgesamt 27 Jahre im Gefängnis war. Jin ist Bischof der Chinesischen Patriotischen Katholischen Vereinigung, der staatlich anerkannten katholischen Kirche. Seine Bischofsweihe wurde vom Vatikan nicht offiziell anerkannt, laut Jin wird sie aber vom Papst toleriert. In China gibt es ungefähr fünf Millionen Katholiken, die sich zu der staatlichen Kirche gehörig fühlen, sowie eine unbekannte Zahl von katholischen Christen im Untergrund.

Zu Beginn ihres Aufenthalts in Schanghai machte sich Merkel im Stadtplanungsbüro ein Bild von den Problemen der 20-Millionen-Metropole. In der Region Schanghai leben rund 8.000 Deutsche, deutsche Firmen unterhalten hier rund 800 Repräsentanzen. (dapd)

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