Merkel trifft Liwni
Aktualisiert

Merkel trifft Liwni

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihren Besuch im Nahen Osten mit politischen Gesprächen in Israel fortgesetzt. Dabei traf sie am Vormittag in Jerusalem die israelische Aussenministerin Zipi Liwni, anschliessend besuchte sie die Holocaust-Gedenkastätte Jad Vaschem.

In der so genannten Halle der Erinnerung legte sie vor der ewigen Gedenkflamme für die Opfer einen mit schwarz-rot-goldenem Band versehenen Kranz nieder. Ins Gedenkbuch schrieb sie die Worte: «Menschlichkeit wächst aus der Verantwortung für die Vergangenheit.»

Noch vor ihrem Besuch in Jad Vaschem kam Merkel zu einem informellen Arbeitsfrühstück mit der israelischen Aussenministerin Zipi Livni zusammen. Kurz nach ihrer Ankunft in Jerusalem am Samstagabend führte die amtierende EU-Ratspräsidentin bereits erste informelle Gespräche mit Ministerpräsident Ehud Olmert. Für Sonntagabend ein offizielleres Treffen vorgesehen.

In der Hebräischen Universität von Jerusalem begann am Vormittag die Verleihung der Ehrendoktorwürde an Merkel. Anschliessend wollte die Bundeskanzlerin nach Ramallah reisen, um mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas zusammenzukommen. Dabei wollte Merkel erneut um eine Fortsetzung des Friedensprozesses zwischen Israelis und Palästinensern werben.

Merkel hat wiederholt angekündigt, sich im Rahmen des Nahost-Quartetts für eine Lösung des Konflikts in der Region stark zu machen. Dem Quartett gehört neben den Vereinten Nationen, den USA und Russland auch die Europäische Union an, deren Ratspräsidentschaft Deutschland zurzeit innehat.

Ihre dreitägige Nahost-Reise begann Merkel am Samstag mit einer deutlichen Mahnung an die neue palästinensische Einheitsregierung. In der jordanischen Hafenstadt Akaba machte die Kanzlerin deutlich, dass die EU nur jene Mitglieder der Regierung aus Hamas und Fatah stärken werde, die zum Friedensprozess stünden. Bei ihrem Treffen mit König Abdullah II. informierte sich Merkel aus erster Hand über die Ergebnisse des Gipfels der Arabischen Liga.

Die arabischen Staaten hatten in der vergangenen Woche eine Friedensinitiative aus dem Jahr 2002 erneuert, die eine Anerkennung Israels und dauerhaften Frieden vorsieht. Im Gegenzug werden der Abzug Israels aus den 1967 besetzten Gebieten sowie ein Rückkehrrecht für palästinensische Flüchtlinge gefordert.

(dapd)

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