Empfang im Kanzleramt: Merkel trifft Medwedew
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Empfang im KanzleramtMerkel trifft Medwedew

Unmittelbar vor dem internationalen Gipfelmarathon ist Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew in Berlin zu Vorgesprächen zusammengetroffen.

Im Mittelpunkt der dreistündigen Unterredung im Kanzleramt standen die Wirtschafts- und Finanzpolitik. Die beiden Politiker sollten auch mit Vertretern der deutschen Wirtschaft zusammenkommen.

Es ist die erste Begegnung Merkels mit dem russischen Präsidenten seit den deutsch-russischen Konsultationen in St. Petersburg vor einem halben Jahr, die noch unter dem Eindruck der Kaukasus-Krise stattfanden. Am Mittwoch und Donnerstag werden beide am G-20-Gipfel in London teilnehmen. Bei der zweitägigen Konferenz wollen die führenden Industrie- und Schwellenländer die Weltfinanzreform weiter voranbringen.

G-20 und Nato

Am Freitag beginnt der NATO-Gipfel in Baden-Baden und Strassburg, bei dem das transatlantische Bündnis den Dialog mit Moskau im NATO-Russland-Rat wieder aufnehmen will. Die Partnerschaft war wegen des Georgien-Krieges ausgesetzt worden. Auch die grundsätzliche Bereitschaft der NATO zu einer späteren Aufnahme der Ukraine und Georgiens erregt in Moskau Missfallen.

Merkel vertraut Russland

Merkel hofft trotzdem auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Russland. In ihrer Regierungserklärung zu den Gipfeln im Bundestag sagte Merkel: «Das Fundament in der Sicherheitspolitik heisst immer wieder Vertrauen.» Dieses Vertrauen müsse «auch und gerade mit Russland» gefestigt werden.

Im Bundestag schlug Merkel regelmässige Konsultationen mit Moskau zur europäischen Verteidigungspolitik vor und zeigte sich für die russische Idee eines Sicherheitsvertrags für ganz Europa offen. «Wir sind seit 20 Jahren keine Gegner mehr. Die Zeit des Kalten Krieges ist unwiederbringlich vorbei», betonte die Kanzlerin. (dapd)

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