Merkel und Sarkozy über Mittelmeerunion einig

Aktualisiert

Merkel und Sarkozy über Mittelmeerunion einig

Im Konflikt um die von Frankreich propagierte Mittelmeerunion ist Staatspräsident Nicolas Sarkozy Bundeskanzlerin Angela Merkel entgegengekommen. Man werde mit Deutschland an gemeinsamen Vorschlägen arbeiten, sagte Sarkozy nach einem Treffen mit Merkel in Paris.

Die Kooperation mit der Region müsse verbessert werden, räumte Merkel ein, dies sei entscheidend für den Frieden in Europa. Sie sei daher «sehr, sehr zufrieden, dass wir uns geeinigt haben, dass Deutschland und Frankreich gemeinsam überlegen, wie wir daraus ein Feld der Zusammenarbeit zwischen EU und Mittelmeeranrainern machen können».

Zugleich wiederholte sie ihre Warnung vor einem einseitigen Vorgehen von Paris. «Wenn sich Frankreich nach Süden wendet, während sich die EU nach Osten ausrichtet, wäre das eine Gefahr», sagte sie. «Alle EU-Staaten müssen einbezogen werden.»

Sarkozy betonte, es gehe ihm nicht darum, «ein zweites Europa» aufzubauen. «Uns ist der Wille Deutschlands sehr wichtig, an den Institutionen mitzuarbeiten.» Am Vortag hatte Merkel erklärt, sie stehe Sarkozys Plan «sehr skeptisch» gegenüber. Der französische Staatspräsident hatte zuvor auf seiner Algerienreise abermals für die Mittelmeerunion geworben, die nach dem Vorbild der EU ein Raum enger wirtschaftlicher und politischer Zusammenarbeit werden müsse. Paris und Algier will er zur Achse der Union schmieden. Sie sollten zum Motor der neuen Gemeinschaft werden, wie Frankreich und Deutschland einst den Aufbau der EU voran getrieben hätten. (dapd)

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