Aktualisiert 11.10.2005 06:59

Merkel wird erste deutsche Kanzlerin

CDU-Chefin Angela Merkel wird als erste Frau eine deutsche Bundesregierung anführen. Union (CDU/CSU) und SPD hätten sich geeinigt, dass die Union in der geplanten grossen Koalition das Kanzleramt bekomme, sagte Merkel gestern in Berlin.

Die SPD erhalte dafür acht Fachministerien, die Union sechs. Die politische Zukunft von Bundeskanzler Schröder bleibt offen. Am Abend hat allerdings der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering Berichte über die Rückzugsabsicht von Bundeskanzler Gerhard Schröder bestätigt.

Die Vorstände von CDU, CSU und SPD stimmten gestern der Aufnahme von Koalitionsverhandlungen zu, die nächste Woche beginnen und bis Mitte November dauern sollen. Dabei werde es darum gehen, eine «Koalition der neuen Möglichkeiten» zu schaffen, so Merkel.

Die politische Zukunft von Bundeskanzler Gerhard Schröder blieb offen.

Gestern Abend hat allerdings der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering Berichte über die Rückzugsabsicht von Bundeskanzler Gerhard Schröder bestätigt. Müntefering sagte bei RTL, Schröder habe erklärt, sein Lebensweg sehe anders aus. «Er hat es so gesagt, ja», wurde der SPD-Chef zitiert.

Die SPD soll in der neuen Regierung acht Fachressorts erhalten: Auswärtiges, Arbeit, Soziales, Finanzen, Entwicklung, Umwelt, Verkehr und Justiz. Für die Union bleiben sechs Ministerien: Verteidigung, Inneres, Wirtschaft, Landwirtschaft, Familie und Bildung. Zudem soll die Union den Kanzleramtsminister stellen. Damit hätten beide Seiten acht Stimmen im Kabinett.

Mit welchen Personen die Ministerposten besetzt werden, liessen alle drei Parteien offiziell weitgehend offen. Klar ist bislang nur, dass CSU-Chef Edmund Stoiber Wirtschaftsminister wird.

Gute Zusammenarbeit fortsetzen

Der Bundesrat will die «gute Zusammenarbeit» mit Deutschland nach dem Regierungswechsel fortsetzen. Das bekräftigte Bundespräsident Samuel Schmid in einer in Bern veröffentlichten Erklärung. «Der Bundesrat hat zur Kenntnis genommen, dass in Deutschland zwischen der CDU/CSU und der SPD Koalitionsverhandlungen beginnen», heisst es in der Erklärung. «Mit der daraus hervorgehenden Regierung wird er die gute Zusammenarbeit mit Deutschland fortsetzen.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.