Aktualisiert 13.01.2006 05:19

Merkel zu Antrittsbesuch in den USA

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zu ihrem Antrittsbesuch in Washington eingetroffen. Merkel wird sich mit US-Präsident Bush treffen. Hauptthema war bereits bei einem Treffen mit dem deutschen Botschafter der Iran.

Merkel sagte vor ihrem Abflug in Berlin, sie rechne mit einer freundschaftlichen, partnerschaftlichen und offenen Atmosphäre.

Herausragendes Thema dürfte der sich zuspitzende Streit über das iranische Atomprogramm sein. Deutschland, Frankreich und Grossbritannien sprachen sich in Berlin für eine Einschaltung des UN-Sicherheitsrats in die Auseinandersetzung aus, die auch von den USA befürwortet wird.

Weitere Themenfelder sind deutsche Hilfen für den Irak, die Lage in Nahost, Beziehungen zu Russland, die UN-Reform, die strategische Rolle Chinas in Asien, Energiefragen sowie der Kampf gegen Terrorismus. Merkel hatte erklärt, dass das Gefangenenlager Guantanamo, in dem die USA Terrorverdächtige ohne Rechtsgrundlage und unbefristet festhalten, keine Dauereinrichtung bleiben könne. Für Irritationen hatten auch Berichte gesorgt, wonach der BND in den Irak-Krieg tiefer verstrickt war als bisher bekannt.

(dapd)

Atomstreit als Thema

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für ein konsequentes Vorgehen im Atomstreit mit dem Iran ausgesprochen. Man müsse «sehr deutlich analysieren, dass der Iran provoziert, rote Linien überschritten hat, dass es Dinge gibt, die nicht akzeptabel sind», sagte sie am Donnerstagabend zum Auftakt ihres USA-Besuchs in Washington. Es müsse ein Weg gefunden werden, dem Iran zu zeigen, «dass sich die Staatengemeinschaft nicht provozieren lässt».

Merkel äusserte sich in einer Rede bei einem Abendessen in der Residenz des deutschen Botschafters in Washington. Sie begrüsste die Empfehlung der Aussenminister Deutschlands, Frankreichs und Grossbritanniens, den Atomstreit vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen. Die Kanzlerin äusserte allerdings auch die Befürchtung, dass die Auseinandersetzung mit Teheran, «noch eine längere Zeit» dauern werde.

(AP)

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