Aktualisiert 19.06.2015 08:03

ThailandMers erreicht Ferienparadies

Die Behörden von Thailand melden eine erste Ansteckung mit dem Mers-Virus. Ein 75-jähriger Mann aus dem Nahen Osten brachte es nach Bangkok.

von
chk/AFP
Aus dem Sultanat Oman eingeschleppt: Eine Maschine der Thai Airways wird in Bangkok desinfiziert. (18. Juni 2015)

Aus dem Sultanat Oman eingeschleppt: Eine Maschine der Thai Airways wird in Bangkok desinfiziert. (18. Juni 2015)

In Thailand ist erstmals eine Ansteckung mit dem Mers-Virus gemeldet worden. Das Middle East Respiratory Syndrome (Mers) wurde bei einem 75-jährigen Mann aus dem Nahen Osten bestätigt, sagte Gesundheitsminister Rajata Rajatanavin. Der Patient sei vor drei Tagen mit seiner Familie nach Thailand eingereist. Nach Einschätzung der Gesellschaft für Virologie (GfV) besteht für Touristen aber keine akute Ansteckungsgefahr.

Der Patient stamme aus dem Sultanat Oman und sei in Bangkok zunächst wegen eines Herzproblems behandelt worden, sagte ein thailändischer Regierungssprecher. Nach dem Nachweis der Mers-Infektion habe man ihn in ein Spezialinstitut am Rand der thailändischen Hauptstadt verlegt. Bislang hatte Thailand zwar 20 Verdachtsfälle gemeldet, alle Tests auf das Virus waren aber negativ ausgefallen.

23 Tote in Südkorea

Südkorea hingegen kämpft mit dem schwersten Mers-Ausbruch außerhalb Saudiarabiens. Seit dem ersten Fall am 20. Mai haben sich hier 165 Menschen infiziert, 23 davon starben an der Atemwegserkrankung.

«Mit dem Ausbruch in Südkorea» habe der Fall in Thailand aber nichts zu tun, erklärte GfV-Experte Christian Drosten. «Es ändert also nicht die Einschätzung der Gefahr, die vom koreanischen Ausbruch ausgeht.» Das Ausmaß der Infektionen in Südkorea führen die GfV-Experten auf landesspezifische Bedingungen zurück: Dabei spiele das in Südkorea verbreitete System der Pflege von Patienten durch Angehörige eine Rolle. Fast alle Patienten hatten sich in Krankenhäusern angesteckt.

Bei Dromedaren angesteckt

Alle Untersuchungen deuten den GfV-Experten zufolge darauf hin, dass das Mers-Virus vor allem von Dromedaren auf Menschen übertragen werde. Nur selten werde das Virus von Mensch zu Mensch weitergegeben, Voraussetzung dafür sei ein enger Körperkontakt wie etwa zwischen Pflegern und Infizierten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte den Ausbruch in Südkorea am Mittwoch als «Weckruf» bezeichnet. Sie ermahnte alle Staaten zu mehr Vorkehrungen für derartige Epidemien, um nicht wie Südkorea «überrascht» zu werden. Am Donnerstag äußerte sich WHO-Direktorin Margaret Chan allerdings optimistisch, dass die südkoreanischen Behörden nach ihrer anfänglich langsamen Reaktion «auf einem guten Weg» seien, die Epidemie in den Griff zu bekommen. (chk/AFP/afp)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.