BEA-Bluff: Messe schummelt bei Grösse von Riesenrad

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BEA-BluffMesse schummelt bei Grösse von Riesenrad

Das neue BEA-Riesenrad sei «das grösste der Schweiz», behaupten die Messeverantwortlichen. Das stimmt nicht. Es ist sogar kleiner als das bisherige.

von
sul
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Kleiner als sein Vorgänger: Das Swisswheel bringt es lediglich auf eine Gesamthöhe von 42 Metern.

Kleiner als sein Vorgänger: Das Swisswheel bringt es lediglich auf eine Gesamthöhe von 42 Metern.

Keystone/Anthony Anex
Das bisherige BEA-Riesenrad, das Mega Wheel 2000, brachte es auf rund 57 Meter.

Das bisherige BEA-Riesenrad, das Mega Wheel 2000, brachte es auf rund 57 Meter.

Keystone/Anthony Anex
Laut dem deutschen Schausteller Oscar Bruch, der das Vorgänger-Riesenrad Mega Wheel 2000 jeweils an der BEA betrieben hatte, sei auch dieses «zu hundert Prozent» ein Schweizer Produkt.

Laut dem deutschen Schausteller Oscar Bruch, der das Vorgänger-Riesenrad Mega Wheel 2000 jeweils an der BEA betrieben hatte, sei auch dieses «zu hundert Prozent» ein Schweizer Produkt.

Keystone/Peter Klaunzer

Mit Pauken und Trompeten wurde das «Swisswheel» in der Pressemitteilung der BEA angekündigt: Es handle sich um das «grösste Riesenrad der Schweiz», folglich würde sich das Wahrzeichen der Berner Messe in einem «nie dagewesenem Ausmass» präsentieren.

Das war allerdings gemogelt, wie der «Bund» berichtet. Zum einen war das bisherige Riesenrad, das Mega Wheel 2000, mit seinen rund 57 Metern rund 15 Meter grösser als das neue. Die Gesamthöhe der Anlage beträgt zudem nicht 46 Meter, wie von der BEA und der zuständigen Schaustellerfamilie angegeben, sondern lediglich 42 Meter. Das ergab eine Messung von Spezialisten der BBP Geomatik AG aus Gümligen im Auftrag der Zeitung.

«Riesenrad bloss auf seine Grösse reduziert»

Schwieriger zu beantworten ist die Frage, ob das Swisswheel aktuell das grösste Riesenrad der Schweiz ist. Laut dem deutschen Schausteller Oscar Bruch, der das Vorgänger-Riesenrad Mega Wheel 2000 jeweils an der BEA betrieben hatte, sei dieses «zu hundert Prozent» ein Schweizer Produkt. Es werde von der in Baar ansässigen Firma Bruch Suisse AG betrieben. Weil Transport und Aufbau aufwendig seien, werde es vor allem im Ausland jeweils für längere Zeit aufgestellt; in der Schweiz komme es nur selten zum Einsatz.

Was sagt die BEA zu den Einwänden? Diese würden nur dann stimmen, «wenn man das Riesenrad bloss auf seine Grösse reduziert», so Bereichsleiter Adrian Affolter. Wie bei den Menschen sei auch bei einem Riesenrad die Grösse nicht der einzige Wert, den es zu beachten gelte. So sei etwa ein Pluspunkt des neuen Rades dessen vielfältigerer Look – insbesondere wegen der Beleuchtung, so Affolter.

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