Aktualisiert 07.10.2014 16:52

WeinfeldenMesse zeigt über 70 Wildpinkler an

Während 2013 noch knapp 30 Wildpinkler an der Wega angezeigt worden sind, sind es 2014 über 70. Auch bei der Olma kennt man das Problem.

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taw
Wildpinkler werden an Messen zunehmend zur Plage. (Symbolbild:KEYSTONE/EPA/DPA/DANIEL KARMANN)

Wildpinkler werden an Messen zunehmend zur Plage. (Symbolbild:KEYSTONE/EPA/DPA/DANIEL KARMANN)

Die Thurgauer Messe Wega in Weinfelden ging vor rund einer Woche zu Ende. Fazit: Die Messe zeigt über 70 Männer wegen öffentlichen Urinierens an. Wie die «Thurgauer Zeitung» am Dienstag schreibt, waren vor einem Jahr erstmals gemeindeeigene Securitas-Patrouillen unterwegs, um öffentliches Urinieren zu ahnden. Laut Wega-Messeleiter Gregor Wegmüller hat sich die Massnahmen bewährt.

Fünf-Punkte-Plan als Erfolg?

Im Vorjahr gab es knapp 30 Verzeigungen. Im Vorfeld der Messe 2013 erklärte Wegmüller, dass man den Wildpinklern mit einem Fünf-Punkte-Plan zu Leibe rücken will. Eine Plakatkampagne, Duftneutralisationssprays, ein Aufklärungsprogramm, mehr WCs sowie eine erhöhte Präsenz von Sicherheitsleuten an den Wildpinkel-Hotspots kamen zum Tragen.

Diese Massnahmen wurden laut Henrike Girmann, Projektleiterin der Messe, auch in diesem Jahr so weitergeführt. Einziger Unterschied: Während der diesjährigen Wega waren die Patrouillen nicht uniformiert, sondern zivil im Einsatz.

Wegmüller: «Das zeigte eine entsprechende Wirkung. An der Wega wurden zusammen mit der Polizei mehr als doppelt so viele Verzeigungen wie im letzten Jahr wegen öffentlichen Urinierens aufgenommen.» Der Anteil der Minderjährigen beträgt nur etwa 10 Prozent und gerade einmal eine Frau wurde erwischt, wie Wegmüller gegenüber der «Thurgauer Zeitung» erklärt. «Die Übeltäter erwartet nun ein Verfahren und eine entsprechende Strafe.» Wildpinkeln gilt als mutwillige Belästigung und wird mit 60 Franken Busse geahndet.

Angesichts der Verdoppelung der Wildpinkler fragt man sich allerdings, ob der Fünf-Punkte-Plan tatsächlich erfolgreich ist. Offenbar kann nur effektiv gegen öffentliches Urinieren vorgegangen werden, wenn man nicht uniformiert patrouilliert. Und die Plakatkampagne? «Deren Wirkung zu messen ist schwierig. Alkohol senkt die Hemmschwelle, da nimmt man die Plakate auch nicht mehr so wahr», sagt Girmann.

An der Olma wird nicht nur gepinkelt

Ab Donnerstag dürften die Wildpinkler auch in St. Gallen wieder zum Thema werden, dann beginnt nämlich die Olma. Katrin Meyerhans, Abteilungsleiterin Publikumsmessen, kennt das Problem. Es werde darauf geachtet, immer genügend mobile Wcs bereit zu stellen, eine spezielle Verfügung für Wildpinkler an der Olma habe man allerdings nicht. «Bei uns liegt der Fall auch anders als bei der Wega, die mitten in der Stadt liegt. Zudem ist für den Bereich des Jahrmarktes die Stadtpolizei zuständig», so Meyerhans.

Bei der Stadtpolizei sieht man aktuell keinen Handlungsbedarf. «Wir sind der Meinung, dass genügend Gelegenheiten vorhanden sind, wenn jemand urinieren muss», sagt Roman Kohler, Mediensprecher der Stadtpolizei St. Gallen. Eine Pinkel-Patrouille wie an der Wega sei deshalb nicht vorgesehen. Dennoch habe man ein Auge darauf. «Wir appellieren aber vor allem an den gesunden Menschenverstand und Anstand, dass man nicht in fremden Gärten uriniert», so Kohler.

Dass Wildpinkler vermehrt während der Olma unterwegs sind, merkt auch Peter Schläpfer vom Gartenbauamt St. Gallen. «Das kommt durchaus vor. Allerdings wird nicht nur uriniert, sondern auch ab und an ein grosses Geschäfts hinterm Gebüsch verrichtet», so Schläpfer. Es sei zwar sicherlich unangenehm, wenn man hineintritt, ein riesen Problem sei es aber bisher nicht. Bei der Stadtpolizei sind laut Kohler noch keine Hinweise eingegangen, die über das Urinieren hinaus geführt hätte. Beim grossen Geschäft beträgt die Busse ebenfalls 60 Franken.

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