Grossbritannien: Messer gefunden – Leichen vermisst
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GrossbritannienMesser gefunden – Leichen vermisst

Im Fall um den Prostituierten-Mörder von Bradford gibt es neue Hinweise: Die Polizei fand eine Tasche mit Messer und Sägen. Unweit hatten sie die Leiche des letzten Opfers gefunden.

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Der 40-jährige britischer Kriminologie-Student Stephen Griffiths wurde von einem Gericht in Bradford im nordenglischen Yorkshire vergangenen Freitag, zwei Tage nach seiner Verhaftung, wegen Mordes an drei Prostituierten angeklagt. Nun hat die Polizei im Flussbett des Aire eine schwarze Tasche mit Messer, Sägen und fleischlichen Überresten gefunden – knapp 200 Meter von der Stelle entfernt, an der die Leichenteile des jüngsten Opfers, der 36-jährige Suzanne Blamires, entdeckt worden war.

Blamires war vor zehn Tagen zum letzten Mal lebend gesehen worden. Nachdem ihr Freund eine Vermisstenmeldung aufgegeben hatte, fanden die Ermittler ihre Leiche im Fluss. Gemäss Presseberichten soll ihr Mörder sie auf grauenhafte Weise ermordet und den Kopf abgetrennt haben. Die Leichen der beiden anderen vermissten Frauen wurden bislang nicht gefunden.

Unweit von der schwarzen Tasche lagen auch noch zwei Müllsäcke. Ob darin weitere Leichenteile liegen, wollten die Ermittler nicht verraten. Man müsse abwarten, bis die Taschen trocknen, um Spuren und mögliche Fingerabdrücke nicht zu zerstören. Auch ob die sichergestellten Überresten in der schwarzen Tasche menschlichen Ursprungs sind, konnten sie noch nicht sagen.

«Kannibale mit der Armbrust» vs. «Jack the Ripper»

Bei einer ersten Anhörung vor Gericht gab der Angeklagte Griffiths seinen Namen als «Kannibale mit der Armbrust» an. Damit spielte er auf in Anspielung auf jüngste Zeitungsberichte über den Fall.

Nach dem britischen Gesetz dürfen Einzelheiten nicht mehr veröffentlicht werden, um einen fairen Prozess zu gewährleisten. Die Zeitungen betitelten ihn jedoch bereits als «neuen Ripper», in Anlehnung an «Jack the Ripper» und den «Yorkshire Ripper» Peter Sutcliffe, der in den 1970er Jahren 13 Frauen getötet hatte.

Laut den Berichten verfolgte Griffiths an der Universität von Bradford ein Promotionsstudium in Kriminologie, mit Spezialisierung auf berühmte Verbrecher des 19. Jahrhunderts – darunter auch der Londoner Prostituiertenmörder «Jack the Ripper».

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