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TierquälerMesserattacke gegen Sennenhund Buffo

Ein Betrunkener hat in Zürich einen Hund mit einem Messer schwer verletzt - weil er ihn anbellte. Der Hundehalter erkannte den mutmasslichen Täter, doch dieser stritt vor Gericht alles ab. Jetzt muss die Polizei ihre Ermittlungen ausweiten.

von
Attila Szenogrady

Die gute Nachricht zuerst: Dem schwer verletzten Sennenhund Buffo geht es gemäss seinem Herrchen heute wieder besser. In der Nacht auf den 25. Juli 2008 schwebte der Vierbeiner noch in akuter Lebensgefahr. So hatte das Tier bei der Schanzenpromenade in Zürich einen betrunkenen Fussgänger angebellt. Worauf der Mann zu seinem Taschenmesser griff und damit wuchtig in die linke Körperseite von Buffo einstach. Vor den Augen des 64-jährigen Hundehalters, der den fliehenden Täter zwar erkennen, aber nicht mehr einholen konnte. Auch der Polizei misslang es zunächst, den Messerstecher in der Tatnacht ausfindig machen.

Das schwer verletzte Tier hatte Glück im Unglück und kam dank einer Notoperation mit dem Leben davon.

Mutmasslicher Täter identifiziert

Bereits zwei Wochen später führten die polizeilichen Ermittlungen zu einem Fahndungserfolg. So konnte der Hundebesitzer bei einer polizeilichen Auswahl von Fotos mit verdächtigen Personen den mutmasslichen Täter zu 80 Prozent identifizieren. Es handelte sich um einen heute 33-jährigen Ex-Drogenkonsumenten aus Zürich. Bei der direkten Gegenüberstellung war sich der Geschädigte sogar zu hundert Prozent sicher, dass man den richtigen Täter eruiert hatte. Allerdings stritt dieser von Anfang an alle Vorwürfe vehement ab und machte damit eine Verwechslung geltend.

Verteidigung für Freispruch

Am Dienstag beschäftigte der Hundekrimi das Bezirksgericht Zürich. Bei einem Schuldspruch wegen Sachbeschädigung sowie Vergehens gegen das Tierschutzgesetz drohten dem Angeklagten eine bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 100 Franken sowie eine Busse von 500 Franken. Zudem sollte er für den gesamten Schaden aufkommen.

Dagegen plädierte allerdings die Verteidigung, die einen vollen Freispruch verlangte und von einer völlig misslungenen Strafuntersuchung sprach.

Anwalt Marcel Bühler stellte dabei ein von der Polizei sichergestelltes Messer des Angeklagten in den Vordergrund. Dieses sei zwar schmutzig, jedoch frei von jeglichen Blutspuren gewesen, führte er aus. Zudem habe sich sein Mandant zur Tatzeit bei seinen Eltern im Bezirk Affoltern aufgehalten, sagte er und machte damit ein Alibi geltend. Nicht zuletzt zog er die Belastungen des Hundehalters in Zweifel. Dieser sei schliesslich ein Brillenträger, argumentierte er.

Untersuchung ausgeweitet

Das Gericht stufte den Fall nach den Vorträgen als noch nicht spruchreif ein. Im Gegenteil: Mit einer Rückweisung des Falles an die Anklagebehörden weitete es die Untersuchung sogar aus. Zunächst soll die bei der Polizei erfolgte Identifizierung des mutmasslichen Täters noch einmal genau unter die Lupe genommen werden. Zudem sollen die Eltern des Angeklagten als Zeugen einvernommen werden, erklärte die Vorsitzende Esther Vögeli. Auf den Ausgang des Verfahrens darf man gespannt sein.

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