Kriminalgericht Luzern: Messerstecher muss mehr als sechs Jahre ins Gefängnis

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Kriminalgericht LuzernMesserstecher muss mehr als sechs Jahre ins Gefängnis

In der Luzerner Gemeinde Menznau ist es 2019 zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern gekommen. Der Angreifer fügte seinem Gegenüber mit einem Sackmesser mehrere Verletzungen zu. Nun muss er ins Gefängnis.

von
Gianni Walther
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2019 war es in Menznau LU zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern gekommen. Der 46-jährige Angreifer hatte dabei seinen Kontrahenten mit einem Sackmesser verletzt.

2019 war es in Menznau LU zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern gekommen. Der 46-jährige Angreifer hatte dabei seinen Kontrahenten mit einem Sackmesser verletzt.

Wikipedia/Roland Zumbuehl/CC-BY-SA-4.0
Dieser trug mehrere Schnitt- und Stichverletzungen davon. Der Angreifer hingegen hatte nach dem Vorfall einen gebrochenen Arm.

Dieser trug mehrere Schnitt- und Stichverletzungen davon. Der Angreifer hingegen hatte nach dem Vorfall einen gebrochenen Arm.

Wikipedia/Roland Zumbuehl/CC-BY-SA-4.0
Das Kriminalgericht Luzern sprach den Angreifer wegen versuchter vorsätzlicher Tötung schuldig. 

Das Kriminalgericht Luzern sprach den Angreifer wegen versuchter vorsätzlicher Tötung schuldig. 

Sara Formentin

Darum gehts

  • Das Kriminalgericht Luzern hat einen Mann wegen versuchter vorsätzlicher Tötung schuldig gesprochen.

  • Der Verurteilte hatte 2019 in Menznau einen Mann mit einem Sackmesser angegriffen und ihm mehrere Schnitt- und Stichwunden zugefügt.

  • Das Gericht verurteilt den Angreifer zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und drei Monaten.

Wegen versuchter vorsätzlicher Tötung hat das Luzerner Kriminalgericht einen im Kanton Luzern wohnhaften Mann schuldig gesprochen. Der heute 46-Jährige war 2019 in Menznau in eine Auseinandersetzung mit einem weiteren Mann verwickelt und hatte diesen mit einem Sackmesser mit einer sieben Zentimeter langen Klinge mehrere Male verletzt.

So wies der Mann nach der Auseinandersetzung fünf Schnitt- und Stichverletzungen an verschiedenen Körperstellen auf: Diese befanden sich am Bauch, am Oberarm und am Rücken, wo er eine 2,5 Zentimeter lange und fünf Zentimeter tiefe Stichwunde hatte. Der Verurteilte seinerseits trug bei der Auseinandersetzung einen gebrochenen Arm davon.

Unterschiedliche Angaben zum Tathergang

Zum Ablauf der Streiterei machten die beiden Männer unterschiedliche Angaben. So gab der Verurteilte unter anderem an, dass sein Gegenüber ihn mit der Faust mehrmals ins Gesicht geschlagen hätte. Dadurch sei er ohnmächtig geworden und habe sich beim Sturz den Arm gebrochen. Danach habe er das Messer hervorgenommen, um sich zu verteidigen. Die Stichverletzung am Rücken habe sein Kontrahent erlitten, als die beiden während der Streiterei stürzten und dieser auf das Messer gefallen sei.

Der Kontrahent hingegen hatte ausgesagt, dass der Verurteilte mit dem Sackmesser auf ihn losgegangen sei und gesagt habe, dass er ihn umbringen werde. Er habe sich zu wehren versucht. Es sei ihm gelungen, den Arm des Verurteilten, in dem dieser das Messer gehalten hatte, zu fixieren. Beide seien gestürzt und dabei habe sich der Verurteilte den Arm gebrochen.

Freiheitsstrafe und Landesverweis

Das Kriminalgericht schenkte den Aussagen des Verurteilten keinen Glauben. Insgesamt weisen diese «zu viele Widersprüche und Ungereimtheiten auf, als dass sie glaubhaft wirken würden», heisst es im Urteil. Die Angaben des Angegriffenen hingegen seien «konstant und plausibel.»

Das Kriminalgericht verurteilt den Mann aus dem Kosovo zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und drei Monaten. Zudem wird er für die Dauer von zehn Jahren des Landes verwiesen und er muss unter anderem die Gerichtskosten bezahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Berufung wurde eingelegt. 

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Beratungsstellen für gewaltausübende Personen

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