Beschwerde eingereicht: Messerstecherei kommt vors Bundesgericht
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Beschwerde eingereichtMesserstecherei kommt vors Bundesgericht

Der Messerstecher von Illighausen TG hat gegen das Urteil des Thurgauer Obergerichts Beschwerde eingereicht. Er hat 2010 seine Freundin getötet und seinen Sohn schwer verletzt.

Der Messerstecher von Illighausen TG hat Beschwerde beim Bundesgericht eingereicht.

Der Messerstecher von Illighausen TG hat Beschwerde beim Bundesgericht eingereicht.

Der 44-jährige Peruaner tötete im Herbst 2010 seine Lebenspartnerin mit einem Messer und verletzte seinen Sohn schwer.

Das Obergericht Thurgau bestätigte einen entsprechenden Bericht im «St. Galler Tagblatt» vom Dienstag. Das Obergericht sprach den Täter im Mai 2014 des Mordes und der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 18 Jahren. Es folgte mehrheitlich den Anträgen der Anklage, die 20 Jahre Freiheitsstrafe gefordert hatte.

Die Tat geschah im Oktober 2010 in der damaligen Wohnung des Paars in Illighausen. Mit mehreren Küchenmessern soll der Mann über 20 Mal auf seine Freundin eingestochen haben, obwohl sie das sechs Monate alte Baby im Arm hielt.

Betrunken und im Wahn

In seinem Wahn habe er sein Opfer verfolgt, bis die Frau zusammenbrach und verblutete. Auch seinen Sohn soll er mit mehreren Messerstichen schwer verletzt haben.

Der Tathergang ist nicht völlig geklärt, da der Angeklagte zum Tatzeitpunkt stark betrunken war und sich später an nichts mehr erinnerte. Als die Polizei am Tatort eintraf, lag er schwer verletzt neben der Leiche seiner Freundin und dem schwer verletzten Baby. Ob sich der Südamerikaner selbst töten wollte, ist nicht geklärt.

Das Bezirksgericht Kreuzlingen verurteilte ihn Mitte 2013 wegen vorsätzlicher Tötung der Freundin und versuchter vorsätzlicher Tötung des Sohns zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren. Der Beschuldigte akzeptierte das Urteil nicht und ging in die Berufung. Die Staatsanwaltschaft erklärte Anschlussberufung.

Motiv unklar

Vor dem Obergericht plädierte der Verteidiger auf Totschlag und verlangte eine Freiheitsstrafe von höchstens sechs Jahren. Mehrere Messerstiche reichten nicht für eine Verurteilung wegen Mordes aus. In der Untersuchung sei nie von Mord die Rede gewesen.

Aus Sicht des Obergerichts war es Mord. Der Täter habe den gefassten Tötungsvorsatz konsequent, unerbittlich und mit erheblicher Ausdauer umgesetzt, heisst es im Urteil. Er habe sogar den Tod seines Sohnes in Kauf genommen.

(sda)

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