Unbestrafte Hetzjagd: Messi ist keine geschützte Spezies
Aktualisiert

Unbestrafte HetzjagdMessi ist keine geschützte Spezies

Er ist der momentan vielleicht weltbeste Fussballer: Lionel Messi. Der Barça-Star zeigte auch im «Clásico» gegen Real seine Stärke. Die Königlichen versuchten ihn dabei nicht einzudämmen, sondern vielmehr zu eliminieren. Erfolglos, zum Glück.

von
Reto Fehr

Auch Tage nach dem «Clásico» zwischen Barcelona und Real Madrid ist das wohl heisseste Derby der Welt noch nicht vom Tisch. In Spanien ärgert man sich da und dort noch immer über das harte Einsteigen der Real-Profis gegen den kleinen Argentinier.

Den Anfang machte Guti. In der ersten Minute holte er Messi sehr unsanft von den Beinen. Wäre es nicht die erste Aktion der Partie gewesen, der Schiedsrichter hätte wohl die gelbe Karte gezeigt. Nur 14 Minuten später wand sich die Dribbelmaus schon zum vierten Mal vor Schmerzen am Boden. Sneijder, Drenthe und Gago waren die Schuldigen. Gelb sah aber erst Sergio Ramos in der 28. Minute für ein nächstes unnötiges Einsteigen gegen Messi. Es war ganz offensichtlich. Die Königlichen wollten mit nicht adeligen Mitteln versuchen den Argentinier aufzuhalten – oder besser zu eliminieren. Juande Ramos' Truppe schien richtiggehend Jagd auf den torgefährlichen Spieler zu machen.

Taktik von Juande Ramos?

Alle Fouls verübten die Real-Stars weit weg von der Gefahrenzone irgendwo im Mittelfeld. Und immer war es ein anderer Spieler, der den 1,69 Meter kleinen Angreifer von den Beinen holte. War es die Taktik von Real-Coach Juande Ramos den Barça-Star einzuschüchtern? Der Verdacht liegt nahe. Zumal man das «Respekt verschaffen» in der Fussballer-Szene auch schon von anderen Spielen her kennt. Der erste Zweikampf ist der wichtigste, predigen die Fussballtrainer. Da kann man dem Gegner den Schneid abkaufen. Die Szenen haben in Spanien auch zu Diskussionen um verbesserten Schutz weiterer Stars wie David Villa oder Kun Agüero geführt. Denn momentan ist es klar. Auch wenn Lionel Messi in Spanien als «Leo», also Löwe bezeichnet wird, ist er keine geschützte Spezies. Genauso wenig wie andere Dribbelkünstler, die oft unsanft gestoppt werden.

Bei Messi hat die Hetzjagd nur bedingt funktioniert. Denn kurz vor Schluss bestrafte er Real Madrid mit einem herrlichen Lupfer und dem 2:0.

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