Aktualisiert 06.12.2017 14:36

«Time Magazine»

#metoo-Exponenten sind «Person des Jahres»

Das «Time Magazine» hat die Person des Jahres gekürt. Ausgezeichnet wurden die «Silence Breakers», die sexuelle Übergriffe publik machten.

von
mch
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Ein mutmasslicher Übergriff aus dem Jahr 1992 hat sich verjährt: Kevin Spacey. (Archivbild)

Ein mutmasslicher Übergriff aus dem Jahr 1992 hat sich verjährt: Kevin Spacey. (Archivbild)

AFP/Nicholas Kamm
Das «Time Magazine» hat die Person des Jahres gekürt. Ausgezeichnet wurden die «Silence Breakers», die sexuelle Übergriffe publik machten. (6. Dezember 2017) Bild: Time

Das «Time Magazine» hat die Person des Jahres gekürt. Ausgezeichnet wurden die «Silence Breakers», die sexuelle Übergriffe publik machten. (6. Dezember 2017) Bild: Time

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Regisseur Luc Besson soll eine Schauspielerin vergewaltigt haben. Besson bestreitet die Vorwürfe (19. März 2017).

Regisseur Luc Besson soll eine Schauspielerin vergewaltigt haben. Besson bestreitet die Vorwürfe (19. März 2017).

AFP/Daniel Leal-olivas

Das US-Magazin «Time» hat die Frauen und Männer, die die #MeToo-Bewegung mit Enthüllungen über sexuelle Übergriffe von Männern ins Rollen brachten, zur Person des Jahres 2017 erklärt. Auf die Titelseite der aktuellen Ausgabe setzte die Zeitschrift Frauen wie Schauspielerin Ashley Judd, Sängerin Taylor Swift und die Software-Entwicklerin Susan Fowler.

Judd hatte gemeinsam mit anderen Frauen die Affäre um Filmproduzent Harvey Weinstein losgetreten. Swift hatte erfolgreich einen Radiomoderator verklagt, der ihr an den Po gegrapscht hatte. Fowler hatte eine Unternehmenskultur voller Sexismus beim Fahrdienstanbieter Uber beschrieben, die Firmenchef Travis Kalanick schliesslich aus dem Amt trieb.

Ausgezeichnet wurden die «Silence Breakers», die sexuelle Übergriffe publik machten. Video: Tamedia/Twitter/Time

«Eine der schnellsten Veränderungen»

«Die mitreissenden Handlungen der Frauen auf unserer Titelseite gemeinsam mit Hunderten anderen sowie vielen Männern haben eine der schnellsten Veränderungen in unserer Kultur seit den 1960er Jahren freigesetzt», erklärte Chefredaktor Edward Felsenthal zur Entscheidung der Redaktion am Mittwoch.

Seit Anfang Oktober waren Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe gegen namhafte Schauspieler, Politiker, Journalisten und andere Männer bekanntgeworden, darunter Schauspieler Kevin Spacey, Moderator Charlie Rose, Comedian Louis C.K. und Senator Al Franken. Im Internet hatten Frauen weltweit unter dem Hashtag #MeToo von sexuellen Übergriffen berichtet.

Trump auf Platz zwei

«Time» verleiht den Titel nach eigenen Angaben jeweils an diejenige Persönlichkeit, die «zum Guten oder zum Schlechten am meisten beigetragen hat, um die Ereignisse des Jahres zu beeinflussen». Auf Platz zwei folgte in diesem Jahr US-Präsident Donald Trump vor dem chinesischen Staatschef Xi Jinping.

Alle Titelträger der vergangenen Jahre in der Bildstrecke unten:

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Das US-Magazin «Time» kürt seit 1927 die Persönlichkeit, die in den Augen der Redaktion das Weltgeschehen des Jahres besonders beeinflusst hat. 2017 sind es all diejenigen, die ihre Stimme gegen sexuelle Übergriffe erhoben haben.

Das US-Magazin «Time» kürt seit 1927 die Persönlichkeit, die in den Augen der Redaktion das Weltgeschehen des Jahres besonders beeinflusst hat. 2017 sind es all diejenigen, die ihre Stimme gegen sexuelle Übergriffe erhoben haben.

2016: Vergangenes Jahr war es der designierte US-Präsident. Der Immobilienmagnat aus Manhattan hatte sich vom Underdog im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der republikanischen Partei zum Sieger der Präsidentschaftswahl gegen die Demokratin Hillary Clinton am 8. November gewandelt.

2016: Vergangenes Jahr war es der designierte US-Präsident. Der Immobilienmagnat aus Manhattan hatte sich vom Underdog im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der republikanischen Partei zum Sieger der Präsidentschaftswahl gegen die Demokratin Hillary Clinton am 8. November gewandelt.

Twitter
2015: Ein Jahr zuvor kürte das Magazin die deutsche Kanzlerin Angela Merkel zur «Person des Jahres». Sie habe den Titel durch ihre Reaktion auf die Griechenland-Krise, die Flüchtlingskrise und die Bedrohung durch die Terrormiliz «Islamischer Staat» verdient, lautete damals die Begründung.

2015: Ein Jahr zuvor kürte das Magazin die deutsche Kanzlerin Angela Merkel zur «Person des Jahres». Sie habe den Titel durch ihre Reaktion auf die Griechenland-Krise, die Flüchtlingskrise und die Bedrohung durch die Terrormiliz «Islamischer Staat» verdient, lautete damals die Begründung.

Keystone/AP Photo/Time Magazine

(mch/sda)

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