Meunier schiesst Servette ins Glück!
Aktualisiert

Meunier schiesst Servette ins Glück!

Der HC Genève-Servette hat auch sein siebentes Playoff- Heimspiel gewonnen. Die Genfer setzten sich gegen die ZSC Lions im ersten Finalspiel mit 4:3 nach Verlängerung durch. Laurent Meunier erzielte das Siegtor nach 212 Sekunden der Overtime.

Der Siegestreffer fiel mit Servettes erstem Torschuss in der Verlängerung. Die ZSC Lions standen bei der entscheidenden Szene zu offensiv und liessen das Duo Igor Fedulow/Laurent Meunier gegen nur einen Verteidiger losziehen. Fedulow spielte den Querpass zu Meunier, der Ari Sulander im Zürcher Tor per Direktabnahme im «Filet» bezwang.

Der Genfer Sieg widerspiegelte das Geschehen. Die Gastgeber erwiesen sich im ersten Spiel in praktisch allen Belangen als überlegen. Insbesondere physisch dominierten sie die Zürcher krass. Entsprechend hätte der HC Genève-Servette den Sieg schon vor der Overtime sicherstellen müssen. Die Genfer führten auch bis zur 53. Minute 3:1 und kontrollierten das Geschehen. Aber im Verwalten von Führungen hatten die Genfer schon in der Halbfinalserie gegen Fribourg Schwächen offenbart. In der 53. Minute liess sich Servette auskontern (Kevin Gloor verkürzte solo auf 2:3), und 103 Sekunden vor Schluss gelang Jan Alston der Ausgleich, als John Gobbi für Spielverzögerung auf der Strafbank sass. Gobbi hatte den Puck über das Plexiglas spediert.

Vor Alstons spätem Ausgleich hatte vor allem Servette im Überzahlspiel überzeugt. Die Genfer erzielten ihre ersten drei Tore alle im Powerplay. Und hätte Servette im Finish nicht den Zwei-Tore- Vorsprung verspielt, wäre Jean-Pierre Vigier die grosse Figur des Spiels gewesen. Der 31-jährige Kanadier, der in Genf nächste Saison nicht mehr erwünscht ist, brachte seine Equipe in der 11. und der 27. Minute zweimal in Führung. Zum 3:1 durch Verteidiger Martin Höhener steuerte der Flügel des zweiten Blocks die Vorarbeit bei, zudem raubte Vigier Goalie Ari Sulander die Sicht. Vigier hatte bereits im letzten Halbfinalspiel gegen Fribourg-Gottéron drei Tore erzielt.

Das zweite Finalspiel bereits am Montag

Den ZSC Lions boten sich beim Finalauftakt nur ganz wenige Chancen. Auf den ersten Rückstand erfolgte umgehend eine Reaktion und 91 Sekunden später der Ausgleich (durch Verteidiger Andri Stoffel). Daraufhin vergaben die Lions vor und nach der ersten Pause eine doppelte Überzahl während 1:46 Minuten kläglich, wenig später geriet das Team von Harold Kreis erneut in Rückstand. Auch auf dieses Gegentor reagierten die Zürcher wieder, Ryan Gardner (31.), Daniel Schnyder (32.) und Thibaut Monnet (33.) verpassten jedoch den neuerlichen Ausgleich.

Playoff-Final, 1. Spiel

Servette - ZSC Lions 4:3 n.V. (1:1,2:0,0:2,1:0)

Les Vernets. - 6837 Zuschauer (ausverkauft). - SR Kurmann, Wehrli/Wirth.

Tore: 11. Vigier (Aubin, Fedulow/Ausschlüsse Blindenbacher, Suchy) 1:0. 12. Stoffel (Alston, Monnet/Ausschluss Kolnik) 1:1. 27. Vigier (Goran Bezina, Kolnik/Ausschluss Forster) 2:1. 34. Höhener (Kolnik, Vigier/Ausschluss Sejna) 3:1. 53. Gloor (Forster) 3:2. 59. Alston (Forster, Monnet/Ausschluss Gobbi) 3:3. 64. (63:32) Meunier (Fedulow) 4:3.

Strafen: 8mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 7mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions.

PostFinance- Topskorer: Kolnik; Adrian Wichser.

Genève-Servette: Mona; Mercier, Goran Bezina; Olivier Keller, Gobbi; Höhener, Breitbach; Schilt; Florian Conz, Aubin, Kolnik; Vigier, Meunier, Fedulow; Savary, Trachsler, Déruns; Rivera, Augsburger, Jérôme Bonnet; Lüssy.

ZSC Lions: Sulander; Blindenbacher, Suchy; Seger, Forster; Stoffel, Daniel Schnyder; Leeger; Gardner, Adrian Wichser, Sejna; Monnet, Pittis, Alston; Krutow, Gloor, Lachmatow; Bastl, Grauwiler, Murovic; Kim Lindemann.

Bemerkungen: Genève-Servette ohne Cadieux (verletzt) und Law, ZSC Lions ohne Johner und Pavlikovsky (überzählige Ausländer). - Powerplay: Genève-Servette 3/6; ZSC Lions 2/7.

LIVE-TICKER

64. Tor und Sieg für Servette! Laurent Meunier erzielt den entscheidenden Treffer nach vier Minuten in der Verlängerung.

63. Noch keine Torszenen in der Verlängerung. Die Genfer wirken noch etwas geschockt. Die Lions spielen agressiv weiter in der Overtime.

61. Auf geht's in die Verlängerung! Das nächste Tor entscheidet diese Partie. Wer geht jetzt mehr Risiken ein?

60. Drei Drittel sind gespielt und es steht unentschieden. Es kommt zur Verlängerung! Die ZSC Lions schaffen den Ausgleich unerwartet, aber verdient. Servette hat im letzten Drittel zu wenig gezeigt.

60. Kolnik alleine vor Sulander! Aber er knallt die Scheibe übers Tor. Das war DIE Gelegenheit für die Genfer.

59. Ausgleich des ZSC! Forster verpasst den Ausgleich. Aber Jan Alston kann den Abpraller verwerten!

58. Die Lions haben noch keine Lücke in der Genfer Verteidigung gefunden. Immer wieder kann Servette befreien.

57. Die Chance für die Lions! John Gobbi muss wegen Spielverzögerung in die Kühlbox.

57. Gute Chance für Alston! Mona kann den Schoner gerade noch ausfahren.

56. Der ZSC versucht, Druck aufs Genfer Tor auszuüben. Servette lauert auf Konter.

54. Tor für die Lions! Gloor zieht nach einem brillianten Zuspiel von Forster alleine auf Mona und versenkt den Puck eiskalt im Tor. Jetzt wird's noch einmal heiss!

53. Die ZSC Lions überstehen die Strafe unbeschadet. Es sind aber nur noch 7 Minuten zu spielen.

51. Thibaut Monnet muss wegen «Bein stellen» auf die Strafbank. So wird's nichts mit der Aufholjagd. Die Zürcher nehmen zu viele Strafen.

48. Ein riskanter Ausflug von Sulander wird nicht bestraft. Der Schuss von Höhener geht links am Tor vorbei.

47. Die Lions versuchen mit allen Mitteln gefährlich vor das Tor von Mona zu kommen. Servette steht aber sehr kompakt in der Defensive. Da ist kein Durchkommen.

44. Servette spielt heute wirklich stark. Defensiv solid und offensiv mit sehr viel Bewegung.

43. Schönes Solo von Krutov. Der «Löwe» kommt aber knapp nicht zum Abschluss.

42. Wieder ein schlechtes Powerplay der Zürcher. Keine einzige Torchance konnte sich der ZSC herausspielen.

41. Das letzte Drittel läuft. Die ZSC Lions können noch fast zwei Minuten in Überzahl spielen.

40. Das zweite Drittel ist vorbei! Servette führt verdient mit 3:1 dank zwei Powerplay-Toren. Harold Kreis muss sich nun etwas einfallen lassen, wenn der ZSC noch etwas bewirken möchte.

39. Auch Alston kann Mona mit seinem Schüsschen nicht bezwingen. Servette ist wieder komplett. Bislang hat die Ausbeute im Powerplay den Unterschied ausgemacht.

38. Das Zürcher Powerplay steht. Zu einer gefährlichen Szene vor Mona ist es allerdings noch nicht gekommen. Die Genfer stehen ausgezeichnet in der «Box».

38. Wieder eine Strafe für einen Wechselfehler gegen Servette-Genf. Rivera sitzt die Bankstrafe ab.

37. Schöne Parade von Sulander! Aubin tankt sich durch und versucht den Zürcher Torhüter mit einem Handgelenkschuss zu überlisten.

34. Tor für Servette-Genf! Was für ein Treffer. Höhener trifft völlig freistehend zum 3:1 nach einem sehenswerten Powerplay der Genfer. Keine Chance für Sulander!

34. Jetzt wird's gefährlich für die Zürcher. Beide Tore haben die Genfer in Überzahl erzielt.

34. Strafe gegen den ZSC. Peter Sejna muss wegen einem Foul an Kolnik auf die Strafbank.

29. Grosschance für Forster! Nach einem herrlichen Solo bringt er den Puck aber nicht an Mona vorbei.

27. Tor für Servette! Vigier trifft zum zweiten Mal am heutigen Abend. Bezina mit einem knallharten Schuss von der blauen Linie - Sulander lässt abprallen und Vigier steht erneut goldrichtig.

27. Der Zürcher Forster muss wegen einem Haken auf die Strafbank. Überzahl für Servette.

26. Und schon wird's auf der anderen Seite wieder gefährlich. Trachsler vergibt eine Grosschance. Kolnik kann den Abpraller auch nicht verwerten.

26. Im Gegenzug spielen sich die Lions wunderschön durch die Genfer Reihen. Der Abschluss aber zu harmlos.

25. Meunier taucht plötzlich alleine vor dem Zürcher Tor auf. Sein Schuss geht aber direkt auf den Körper von Ari Sulander.

24. Noch keine gefährliche Szene im zweiten Drittel. Die beiden Teams gehen weiterhin konzentriert und engagiert zu Werke.

21. Servette wieder komplett.

21. Die ZSC Lions noch gut 40 Sekunden mit fünf gegen drei.

21. Das Mitteldrittel hat begonnen. Der hochklassige Playoff-Final zwischen Servette und den ZSC Lions geht weiter.

20. Das erste Drittel ist beendet! Die Zürcher konnten die doppelte Überzahl (noch) nicht nutzen. Das Boxplay von Servette überzeugt einmal mehr.

20. Monnet trifft mit einem guten Schuss das Tor ganz knapp nicht. Die Scheibe fliegt links am Kasten vorbei.

19. Doppelte Überzahl jetzt für die Zürcher! Vigier sitzt schon auf der Strafbank jetzt muss auch noch Deruns raus.

18. Die Partie wird von beiden Seiten äusserst intensiv geführt. Die zwei Mannschaften schenken sich überhaupt nichts.

17. Nun muss auch Vigier raus. Auf dem Eis herrscht wieder «Gleichstand».

17. Die Zürcher überstehen die Strafe unbeschadet. Aber schon muss mit Pittis der nächste Zürcher raus.

15. Strafe gegen den ZSC. Severin Blindenbacher muss zum zweiten Mal in die Kühlbox.

13. Riesenchance für Servette! Zu zweit können die Genfer gegen einen Zürcher Verteidiger laufen. Zu umständlich agiert Bezina in dieser Situation.

12. Ausgleich für den ZSC! Nach einem brillianten Konter findet Alston den freistehenden Stoffel. Dieser kann beinahe unbedrängt einschiessen.

11. Tor für Servette! Jean-Pierre Vigier schiesst das erste Tor der Partie. Eine Direktabnahme von Aubin kann Sulander noch parieren. Beim Nachschuss ist er allerdings machtlos.

10. Und gleich noch ein Zürcher muss auf die Strafbank. Servette 30 Sekunden mit fünf gegen drei.

9. Strafe gegen den Zürcher Severin Blindenbacher.

8. Das Spiel geht hin und her. Keine Mannschaft kann in der intensiven Startphase die Oberhand gewinnen.

6. Chance für Vigier! Der Genfer verpasst das fast leere Zürcher Tor um Haaresbreite.

3. Starkes Boxplay von Servette. Die Zürcher können sich nicht im Drittel der Genfer festsetzen.

2. Bereits die erste Strafe des Spiels. Rivera geht wegen einem unkorrekten Spielerwechsel auf die Strafbank.

1. Das Spiel hat begonnen! Servette-Genf und die ZSC Lions kämpfen um den Schweizer Meistertitel im Eishockey.

- Das Spiel beginnt in Kürze. Die Spieler fahren in die Halle ein.

Vor dem Spiel

Erstmals seit 1994 und der Finalteilnahme von Fribourg-Gottéron ist der Endspurt im Rink keine deutschschweizerische Angelegenheit. Eine Equipe aus der Romandie, wo die Eishockey-Szene die Supporter seit Jahren bedeutend mehr in den Bann zieht als der Fussball, greift nach der Goldmedaille. Vor 25 Jahren stand das Team aus dem zweisprachigen Biel auf dem Podium, und 1973 gewann La Chaux-de-Fonds als letzter frankophoner Vertreter den Titel.

Genf will der Leidenszeit der Welschen ein Ende setzen. Der Klub, der vor über vier Dekaden aus der (Vernunfts-)Fusion der damaligen B-Klubs «Urania Genève-Sports» und «Servette» hervorging, kämpfte im vorletzten Frühling im Playout gegen den ZSC um den Ligaerhalt. Inzwischen steht den «Grenats» ein erstklassig besetztes Team zur Verfügung, das Tempo und Härte ideal zu kombinieren pflegt - und sich dabei durch landesweit bekannte Systemtreue auszeichnet.

Power und pure Emotionen

Gemanagt und durchgesetzt wird das «System Servette» von Chris McSorley. In der Stadt der Diplomaten steht mit dem charismatischen Kanadier ein Coach hinter der Bande, der den glasklaren Text unverbindlicher Kommunikation ausnahmslos vorzieht. Der Autokrat und Mitbesitzer von Genf-Servette schont niemanden. Er bildet das Epizentrum. Seine (gut getimten) Wutausbrüche versorgen das Team zuweilen mit neuer Energie.

2000 stiegen die US-Investoren von der «Anschutz-Gruppe» bei Genf-Servette ein und pumpten Geld in den von Finanzkrisen geschüttelten Klub, ehe sie vor dem Beginn der folgenden Saison den wichtigsten Personalentscheid fällten: Sie engagierten McSorley. Der Trainer ohne schillerndes Spieler-Palmarès investierte die Mittel richtig. Während seiner mittlerweile siebenjährigen Regentschaft verpasste der Verein das Playoff nur einmal.

Nun ist McSorley mit seiner Mannschaft erstmals in der Klubgeschichte im Final vertreten. Die jahrelange Aufbauarbeit könnte den grösstmöglichen Gewinn abwerfen. Professionals wie der bald 42-jährige Russe (und Lizenz-Schweizer) Igor Fedulow, Jean- Pierre Vigier, Kirby Law und Goran Bezina repräsentieren die Vorzüge - technische Brillanz, Power und Emotionen pur, denen weder die Rapperswiler im Viertel- noch die Freiburger im Halbfinal gewachsen waren.

Die meisterliche ZSC-Bandbreite

Auf mindestens gleich hohem Niveau bewegt sich der Genfer Kontrahent aus Zürich. Die ZSC Lions haben nach zwei eher unbefriedigende Jahren und einer langezeit höchst mässigen Meisterschaftsperiode den sportlichen Turnaround geschafft. Im Herbst standen der Fall unter den NLA-Trennstrich und der Job von Trainer Harold Kreis zur Diskussion; vier Monate später wird im Hallenstadion über die Meisterprämie debattiert.

Ans ellenlange Pflichtprogramm vor halbleeren Rängen erinnert sich ausser der ZSC-Belegschaft wohl niemand mehr. Die Fans brachten erst in den Serien gegen Kloten (4:1) und Davos (4:2) wieder Leben in den Oerliker Tempel; zweimal war die Halle mit über 10 000 Zuschauern vollbesetzt. Der Unterhaltungswert ist spürbar gestiegen. Nach dem 5:1 gegen Davos verabschiedete das euphorisierte Volk den ZSC wie in der fast vergessenen Meisterzeit.

Die Stadtzürcher sind dem sechsten Titel nach 61 Saisonspielen so nahe gerückt wie lange nicht mehr. In diesem Championat haben sie zweifelsfrei alle Vor- und Nachteile ihres Business kennen gelernt. Sie sind derzeit wohl die krisenresistenteste Mannschaft der Liga. Servette muss einen gewaltigen Aufwand betreiben, um die an allen Fronten gefestigten Zürcher aus dem Konzept zu bringen.

Wo der Steigerungslauf der Zürcher endet, ist nicht absehbar, imposant ist die Trendwende so oder so. Die Klasse zum Sturm auf den obersten Podiumsplatz bringt Kreis' Auswahl aufs Eis. In der Offensive steht den Lions eine unerhörte Zahl von Skorern zur Verfügung. Angeführt von Ryan Gardner (13 Skorerpunkte in 11 Partien) sind in den Top 8 der Playoff-Skorerliste 6 ZSC-Spieler vertreten. Die Bandbreite an potenziellen Siegtorschützen ist meisterwürdig.

Und hinter dem unberechenbaren Angriff verteidigen mit Beat Forster, Severin Blindenbacher und Captain Mathias Seger drei Leaderfiguren der nationalen Defensiv-Branche. Zusammen mit dem Slowaken Radoslav Suchy vermag das Trio in jeder Situation eine gewinnbringende Aktion zu produzieren. Die ZSC-Verteidiger - allen voran Forster - lesen das Spiel aussergewöhnlich gut und erzeugen an der gegnerischen blauen Linie erheblichen Druck.

Playoff-Final, 1. Spiel Samstag, 19.45 Uhr

Servette - ZSC Lions (si)

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