Meuterei im Genfer Gefängnis
Aktualisiert

Meuterei im Genfer Gefängnis

Im Gefängnis Champ-Dollon ist es zu einer Meuterei gekommen. Ein Teil der Inhaftierten weigerte sich, in die Zellen zurückzukehren. Sie protestierten damit gegen ihre Haftbedingungen. Es kam zu Sachbeschädigungen.

Etwa 130 Gefangene hätten sich am Sonntag nach dem Morgenspaziergang geweigert, in die Zellen zurückzugehen, teilte die Genfer Gefängnisverwaltung am Dienstag mit. Sie hätten unter anderem lockerere Vorschriften im Umgang mit dem Telefon und mehr Gefängnisarbeitsplätze gefordert. Auch ein grösseres Angebot im Shop des Gefängnisses sei ein Thema gewesen.

Nach mehreren Stunden Verhandlungen seien die Gefangenen wieder in ihre Zellen zurückgekehrt. Die Gefängnisdirektion versprach, ihre Anliegen ernsthaft zu prüfen. Im Rahmen der Möglichkeiten, die ein überfülltes Gefängnis biete, wolle man Massnahmen treffen, hiess es. Champ-Dollon wurde für 270 Gefangene gebaut. Zurzeit sitzen aber fast 500 Menschen ein.

Polizei musste intervenieren

Am Montag entluden sich die Spannungen erneut. Gegen 16 Uhr hätten sich erneut 100 Gefangene geweigert, ihre Zellen aufzusuchen. Sie protestierten auch gegen unverhältnismässig lange Untersuchungshaft und «zu langsame Justizmühlen». Diesen Anliegen hatten die Gefangenen bereits Ende März in einer Petition Ausdruck gegeben.

Nachdem die Direktion versprochen hatte, die Forderungen der Gefangenen in den Medien zu verbreiten, beruhigte sich die Lage ein wenig. Die meisten Protestler gingen in ihre Zellen zurück. Dreissig setzten ihren Protest jedoch fort und begingen Sachbeschädigungen.

Nach einer Polizeiintervention sei die Ruhe gegen 22 Uhr schrittweise eingekehrt. Bei den Handgemengen seien drei Gefangene verletzt worden. Ihr Gesundheitszustand gebe aber keinen Anlass zur Besorgnis, hiess es weiter. Gegen die fehlbaren Gefangenen würden Sanktionen ergriffen.

(sda)

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