«Free Fire» – Mexikanische Drogen-Banden locken Jugendliche mit Videospiel in die Falle
Publiziert

«Free Fire»Mexikanische Drogen-Banden locken Jugendliche mit Videospiel in die Falle

Das Gratisspiel «Free Fire» ist in Mexiko sehr beliebt. Dies haben auch die dort ansässigen Drogenkartelle gemerkt. Sie rekrutieren nun mithilfe des Games aktiv Jugendliche.

von
Marc Gerber
(20 Minuten)
1 / 6
Was nach Hollywood klingt ist Realität:  Mexikanische Kartelle rekrutieren Teenager mit dem Spiel «Free Fire».

Was nach Hollywood klingt ist Realität: Mexikanische Kartelle rekrutieren Teenager mit dem Spiel «Free Fire».

Gerena
«Free Fire» ist ein Battle-Royal-Shooter. In diesem scouten die Drogenbarone nach Nachwuchs.

«Free Fire» ist ein Battle-Royal-Shooter. In diesem scouten die Drogenbarone nach Nachwuchs.

Garena
So wird den Jugendlichen viel Geld versprochen, wenn sie für die Kartelle arbeiten.

So wird den Jugendlichen viel Geld versprochen, wenn sie für die Kartelle arbeiten.

Garena

Darum gehts

  • Die mexikanischen Kartelle rekrutieren Jugendliche über den Shooter «Free Fire».

  • So sprechen die Drogenbosse die Jungen direkt im Spiel an und versprechen viel Geld.

  • Drei solche Jugendliche wurden diese Woche aus einem Unterschlupf befreit.

  • So sollten Polizei und Armee ausspionieren. Schliesslich wurden sie von den Behörden befreit.

  • Die Polizei fand heraus, dass noch Spiele wie «GTA» für die Rekrutierung gebraucht werden.

Es klingt wie die neuste Episode von «Narcos», einer bekannte Serie, die über die Drogenkartelle von Mexiko berichtet. So wurde ein Jugendlicher in Mexiko kürzlich von einem Kartell angeworben. Dies nicht etwa auf der Strasse oder im Club, sondern im Battle-Royal-Shooter «Free Fire».

Dass viele Jugendliche gerade während der Pandemie mehr Zeit in virtuellen Welten verbringen, haben wohl auch die Drogenkartelle bemerkt. Gerade in Mexiko ist das Gratisspiel «Free Fire» sehr beliebt. So wurde dem Jugendlichen 800 Dollar pro Monat versprochen, wenn er sich dazu entschliesse, für das Kartell zu arbeiten.

Drahtzieherin verhaftet

Nachdem der Jugendliche zugesagt hatte, holte ihn allerdings schnell die Realität ein – denn das Leben ist kein Videospiel. Sein Auftrag: Mehr Jugendliche zu rekrutieren, danach die Polizei und Armee ausspionieren und die Informationen an die mexikanische Unterwelt weiterzuleiten.

An seiner Schule schlossen sich ihm zwei Kameraden an. Später trafen die drei in einem Kartellunterschlupf auf eine Frau namens «Mirian N». Von ihr erhielten sie einen Auftrag: Sie sollten mit falschen Ausweisen und einem Couvert voller Geld von Oaxaca nach Monterrey reisen – eine Strecke von 1300 Kilometern. Die drei Jugendlichen wurden schliesslich von der Polizei befreit, da sie unterwegs «Free Fire» spielten und über das Game geortet werden konnten. Die Frau wurde festgenommen.

Auch andere Spiele beliebt, um Jugendliche zu rekrutieren

Die mexikanische Polizei teilt mit, dass für die Kartelle nicht nur mit dem Battle-Royal-Shooter «Free Fire» der Nachwuchs rekrutiert wird. Generell seien Spiele beliebt, in der Gewalt ein Teil des Gameplays ist. Konkret: «Grand Theft Auto», «Call of Duty», «Fortnite» und «Gears of War» werden von Drogenbanden bevorzugt. Wie viele Teenager über diese Wege rekrutiert wurden, ist unbekannt.

Abonniere den E-Sport-Push!

Sei es «League of Legends», «Counter-Strike» oder «Rocket League»: Verpasse keine Highlights rund um die nationale und internationale E-Sport-Szene. Wir informieren dich auch zu den neusten Gaming-Hits und Entwicklungen im Videospielbereich. Du willst noch mehr? Chatte mit uns live auf Twitch! Mit dem E-Sport-Push bleibst du in der virtuellen Welt auf dem neusten Stand.

So gehts:
Installiere die neueste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «E-Sport» an – et voilà!

Deine Meinung

0 Kommentare