Mexiko rügt Zara wegen kultureller Aneignung
In einem Brief wird Zara von Mexikos Kulturministerin gerügt.

In einem Brief wird Zara von Mexikos Kulturministerin gerügt.

Unsplash/Highlightid
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Kritik am ModeunternehmenMexiko rügt Zara wegen eines Sommerkleids

Ein türkises Midikleid mit Muster bringt der Modemarke Zara eine Rüge wegen kultureller Aneignung ein. Die mexikanische Kulturministerin fordert in einem Brief an die Marke eine öffentliche Erklärung und eine Entschädigung.

von
Johanna Senn

Ein scheinbar einfaches, sommerliches Blumenkleid hat der spanischen Modekette Zara Ärger eingehandelt. Weil das Blumenmuster darauf Ähnlichkeiten mit dem Muster der traditionellen Huipil-Kleidung aus Mexiko aufweist, gibt es dafür jetzt Kritik direkt vom mexikanischen Kulturministerium.

Um dieses Kleid geht es. Es ist online nicht mehr erhältlich.

Um dieses Kleid geht es. Es ist online nicht mehr erhältlich.

Zara

In einem Brief fordert Kulturministerin Frausto Guerrero von Zara eine öffentliche Erklärung für die «Aneignung des Gemeinschaftsbesitzes verschiedener indigener Völker». Ausserdem möchte sie von Zaras Mutterkonzern Inditex einen Vorschlag, wie das Unternehmen Entschädigung leisten könnte.

Denn die mexikanischen Handwerkerinnen und Handwerker, die solche Kleider oft in wochenlanger Handarbeit herstellen, sollen auch einen Anteil am Geschäft mit indigener Kunst haben. Gerade die traditionellen Huipil-Kleider dauern in der Herstellung mindestens einen Monat und werden von Frauen im Hüftwebstuhl gewebt. Die Symbole auf den Kleidern sind mit der «Umwelt, Geschichte und Kosmovision der Gemeinde» verbunden.

Nebst Zara wurde auch die US-amerikanische Modekette Anthropologie gerügt. Es ist nicht das erste Mal, dass Modebrands von Mexiko kritisiert werden. So erhielt Isabel Marant im Jahr 2019 einen Brief, weil sie in ihrer Kollektion Muster der Purepecha-Gemeinschaft verwendete. Die Designerin entschuldigte sich daraufhin öffentlich.

Mit den Briefen will Mexikos Kulturministerin Massnahmen zum Schutz des kulturellen Erbes indigener Gemeinschaften ergreifen und «die Rechte indigener Menschen schützen, die historisch benachteiligt wurden».

Von Seiten Inditex, heisst es in einem Statement: «Das betreffende Design wurde in keiner Weise absichtlich von der Kunst des mixtekischen Volkes in Mexiko entlehnt oder beeinflusst.» Online ist das Kleid mittlerweile nirgends mehr zu finden.

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