«The Division 2»: Mexikos Mauer und andere US-Seitenhiebe
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«The Division 2»Mexikos Mauer und andere US-Seitenhiebe

Der Looter-Shooter «The Division 2» lässt Realität und Fiktion gekonnt ineinanderfliessen. Das gilt auch für die PR-Kampagne zum Spiel.

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srt

Spielen «The Division 2»: Fil und Mery. (20 Minuten)

Auch in der Game-Industrie weiss man: Gut vermarktet ist halb gewonnen. Deshalb lassen sich sich die Publisher auch immer wieder spezielle Aktionen einfallen, um einen kommenden Game-Blockbuster zu pushen. Unvergessen etwa die Wasserstoffballon-Aktion bei «Mass Effect 3» oder die diversen Stunts mit Prominenten zu «CoD: Black Ops».

Innovativ war man auch immer beim Tom-Clancy-Shooter «The Division». Besonders gern setzen die Marketingleute von Ubisoft auf Provokation. Bereits vor ein paar Wochen imitierte man einen fiktiven Government-Shutdown, der selbstverständlich das Chaos in der Trump-Administration auf die Schippe nahm.

Eine Mauer für Mexiko

Nun hat sich die Marketingabteilung Trumps kontroverse Mauerpläne ins Visier genommen. So wurde auf Twitter eine fiktive Pressemitteilung veröffentlicht, in der angekündigt wurde, dass Mexiko eine Mauer gegen die Flüchtlinge der USA bauen werde. Dadurch sollten Infizierte aufgehalten werden.

Freilich ist das ein gekonnter Seitenhieb auf die aktuelle US-Regierung. Der Präsident will bekanntlich eine Mauer gegen Flüchtlinge aus Mexiko bauen und die Nachbarn auch noch dafür bezahlen lassen. Dass dieser Plan nicht so einfach umzusetzen ist, musste Trump bereits mehrfach feststellen.

Gametrailer zum Launch: «Anthem»

Mit «Anthem» hat das Studio Bioware zum nächsten Streich angesetzt. Der Schlag sitzt – und geht doch daneben. (Quelle: EA)

Bei «The Division 2» wird der Spiess nun einfach umgedreht, indem sich der mexikanische Präsident für eine Mauer einsetzt. Mit dem Bauwerk wolle man die in den USA lebenden Infizierten aus dem eigenen Land raushalten, um keinen apokalyptischen Kollaps zu erleiden: «Wir haben bereits gesehen, wie Karawanen von US-Bürgern von der Ostküste an unseren Grenzen angekommen sind, unser Land für Schutz und Dienstleistungen betreten und der Anarchie und dem Chaos der Dark Zones entkommen wollen», so der Wortlaut im Fake-Statement.

Gametrailer «Anthem»

Das neuste Sci-Fi-Multiplayer-Rollenspiel «Anthem» schickt Spieler futuristische Online-Schlachten.

Wunderbar realistisch umgesetzter Shooter

Die gelungene Verzahnung von Fiktion und Realität ist ohnehin einer der grossen Pluspunkte bei «The Division 2». Nicht nur mit politischen Seitenhieben im Rahmen der Marketingkampagne – schliesslich wolle man den Spielern ein «unpolitisches Shooter-Vergnügen» bieten, so die Entwickler. So ist es vor allem die ultra-realistische Umsetzung der Hauptstadt Washington, die beim ersten Durchspielen auffällt – und beeindruckt. Eine solche Detailtreue gab es noch selten.

«Unser Washington ist schöner als das echte»

Die Entwickler von «The Division 2» erklären, wie sie Washington in Spiel nachgebaut und wieder zerstört haben.
(Video: T. El Sayed)

Die Division-Agenten versuchen diesmal, in der Hauptstadt die Ordnung wiederherzustellen respektive dafür zu sorgen, dass die Situation nicht noch weiter eskaliert. Von der Operationsbasis im Weissen Haus macht man sich auf, um etliche Missionen allein oder im Koop-Modus zu absolvieren und gegen die üblen Gangs zu kämpfen, die die Bevölkerung in Washington und Umgebung terrorisieren.

Nachdem kürzlich mit «Anthem» bereits ein Looter-Shooter weit unter den Erwartungen geblieben ist, scheint Ubisoft mit «The Division 2» nun ein echter Hit gelungen zu sein. Klar: Das Rad wird nicht neu erfunden, das ist in diesem Genre aber auch nicht der Punkt. Aber dank seiner intensiven Atmosphäre und den vielen spannenden Nebenmissionen wurde das Game bereits mit dem Looter-Shooter-Klassiker «Borderland 2» verglichen. Und damit kann man bei Ubisoft sicher nicht schlecht leben.

«The Division 2» (Ubisoft) ist jetzt für PC und Konsolen erhältlich

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