Solarindustrie: Meyer Burger glänzt dank Solarboom
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SolarindustrieMeyer Burger glänzt dank Solarboom

Nach dem durch die Wirtschaftskrise getrübten Jahr 2009 scheint bei Meyer Burger wieder die Sonne: Der Spezialsägen-Hersteller hat im ersten Halbjahr 2010 von der starken Nachfrage in der Solarbranche profitiert.

Die Auftragsbücher wurden wieder dicker. Der Umsatz von Meyer Burger kletterte in den ersten sechs Monaten um 67 Prozent auf 356,9 Mio. Franken, wie der Konzern am Mittwoch bekanntgab. Das Unternehmen surfe derzeit auf einer Nachfragewelle, sagte Verwaltungsratspräsident Peter Wagner am vor den Medien in Zürich. Zusätzlich trieben Fusionen und Übernahmen den Umsatz nach oben.

Das Betriebsergebnis (EBIT) schoss von 13,2 Mio. auf 34,4 Mio. Fr. hoch. Der Reingewinn verdoppelte sich auf 23,6 Mio. Franken. Zum Gewinnsprung trugen Steuer-Erleichterungen von Bund und vom Kanton Bern bei. «Manchmal ist Weihnachten schon an Ostern», sagte Wagner im Hinblick auf die im April gewährte Erleichterung.

Damit hat das Unternehmen die Erwartungen der Finanzgemeinde mehrheitlich weit übertroffen. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt bei einem Umsatz von 301 Mio. Fr. mit einem EBIT von 26,1 Mio. Fr. und einem Reingewinn von 23,1 Mio. Fr. gerechnet. An der schwächeren Schweizer Börse stieg die Aktie bis 16.35 Uhr um 1,3 Prozent auf 30.80 Franken.

Weiche Knie

«Vor einem Jahr hatten wir ein bisschen weiche Knie», gestand Wagner ein. Damals sei der Solarmarkt wegen Finanzierungsschwierigkeiten der Solarzellen-Hersteller und deren Kunden ins Stottern geraten. Meyer Burger, das unter anderem Maschinen zum Zuschnitt von dünnen Siliziumscheiben für Solarzellen herstellt, habe damals den Umsatz nur auf Kosten des Auftragsbestandes gehalten.

In den vergangenen Monaten habe die Nachfrage aber wieder schnell angezogen, vor allem aus Asien. Meyer Burger konnte eine Reihe von Grossaufträgen gewinnen. Der Auftragsbestand legte seit Jahresbeginn von 516 Mio. Fr. auf 770 Mio. Fr. per Ende Juni zu.

Um die Arbeit zu bewältigen, musste Meyer Burger im ersten Semester 87 neue Vollzeitstellen schaffen und 140 Temporärmitarbeiter in Thun BE anheuern. Durch die Fusion mit dem Berner Hersteller von Solarmodulen, 3S Industries, stiessen 300 neue Leute zum Konzern, was den Personalbestand auf 1125 Vollzeitbeschäftigte wachsen liess.

Kräftiges Wachstum

Für die kommenden Jahre rechnet das Unternehmen mit einem kräftigen Wachstum. Für das Gesamtjahr 2010 erwartet Meyer Burger einen Nettoumsatz von 730 Mio. Fr. nach 420,9 Mio. Fr. im Jahr 2009.

Gegen den Bau eines neuen Firmensitzes in Thun seien Einsprachen eingegangen. «Den Baubeginn erwarten wir nicht mehr in diesem Jahr», sagte Finanzchef Michel Hirschi. Eine Verlagerung der Produktion aus der Schweiz ins Ausland wegen des starken Frankens sei kein Thema, sagte Konzernchef Peter Pauli. (sda)

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