Aktualisiert 22.02.2019 15:31

Diese Wahl muss sitzen

Meyer jasst mit Häberli um seine Zukunft

Nach René Weiler darf FCL-Sportchef Remo Meyer mit der Wahl von Thomas Häberli keinen falschen Trumpf mehr ausspielen.

von
E. Tedesco, Luzern

«Er kennt die Innerschweiz und unsere Werte», sagt FCL-Sportchef Remo Meyer über Trainer Thomas Häberli. (Video: 20 Minuten)

Nach der Fehleinschätzung bei René Weiler darf sich Remo Meyer bei der Trainerwahl nicht erneut verdribbeln. Der Fehler, so bezeichnete es der Sportchef letzten Montag selber, den FCL rund eine Million kostet. So viel stand in der Zentralschweiz vor der Verpflichtung des Weiler-Nachfolgers schon fest. Wieso aber dabei die Wahl auf Thomas Häberli fiel, ist weniger klar. Am Freitag erklärt Meyer dann, warum seine Wahl diesmal ausgerechnet auf den Super-League-Neuling fiel.

«Er hat als Nachwuchscoach bei YB und Basel und als Assistent im Staff des FCB viel Erfahrung gesammelt und seinen Rucksack gefüllt. Für ihn ist es ein Heimkommen», zählt Meyer einzelne Vorzüge auf. Und weiter: «Thomas kennt die Innerschweiz, er kennt unsere Werte und er kennt unsere Philosophie. Und er kennt die Rahmenbedingungen.»

Vor 8 Monaten an gleicher Stelle

Ähnlich hat es auch im letzten Sommer geklungen. Vor ziemlich genau acht Monaten sass Meyer an der gleichen Stelle, um Weiler als neuen Heilsbringer vorzustellen. Der Glanz Weilers erlosch letzten Sonntag endgültig. Auch die weitere Zusammenarbeit zuvor mit Markus Babbel scheiterte nicht zuletzt wohl, weil die Rahmenbedingungen nicht passten. Gibt sich Häberli als unerfahrener Trainer in der höchsten Schweizer Liga einfach nur mit weniger zufrieden, als Weiler, der aus seiner Zeit bei Nürnberg und Anderlecht andere Ansprüche mitbrachte?

«Die Rahmenbedingungen betreffend der Kaderqualität haben wir natürlich auch besprochen und wir sind zufrieden, so wie wir aufgestellt sind. Wir wissen, was finanziell möglich ist und fokussieren uns auf das, was wir haben», sagt Meyer. Leicht säuerlich fügt er an: «Aber ich will nicht ständig alt und neu beurteilen. Die Chemie stimmt und wir schauen positiv auf die noch ausständigen 15 Ligaspiele voraus.»

Für Meyer steht einiges auf dem Spiel

Auch wenn einiges für Thomas Häberli spricht, ist seine Wahl ein Risiko. Als alte Jass-Freunde hat der Boulevard Meyer und Häberli fälschlicherweise bezeichnet. Man habe nur einmal an der gleichen Veranstaltung teilgenommen. Mehr nicht, stellten die beiden richtig. Dennoch steht einiges auf dem Spiel. Denn Meyer jasst mit Häberli auch um seine Zukunft.

«Ich weiss, wie die Innerschweiz tickt»

Das sagt der FCL-Trainer Thomas Häberli über die neue Herausforderung, Risiken und eine fussballbegeisterte Region. (Video: 20 Minuten)

Das sagt der FCL-Trainer Thomas Häberli über die neue Herausforderung, Risiken und eine fussballbegeisterte Region. (Video: 20 Minuten)

Sollte Meyer aber auch bei dieser Trainerwahl den falschen Trumpf ausspielen, würde seine Zukunft beim FCL wohl auch in Frage gestellt. «Darüber mache mir keine Gedanken», sagt der FCL-Sportchef. «Wir waren damals und heute bei unseren Entscheidungen zu hundert Prozent überzeugt und ich will nicht alles schlecht sehen, was in der Vergangenheit war. Darum schaue ich positiv in die Zukunft und habe ein gutes Gefühl.»

Zumindest eines hat der FCL-Sportchef schon aus Fehlern in der Vergangenheit oder der letzten Trainerwahl gelernt: Er stattete Häberli vorerst nur mit einem Vertrag bis Saisonende aus.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.