Mich Gerber - «Wanderer»: Mich Gerber ersetzt den Trip-Hop durch Orient-Beats
Aktualisiert

Mich Gerber - «Wanderer»Mich Gerber ersetzt den Trip-Hop durch Orient-Beats

Nur mit seinem Kontrabass und einem Sampler hat sich Mich Gerber in die oberste Liga der Schweizer Musiker gespielt.

von
Niklaus Riegg

Seine Konzerte sind gut gefüllt, seine Platten entern regelmässig die Hitparade und er selber ist ein beliebter Gastmusiker – sei es bei Stiller Has oder bei Lunik.

Doch Mich Gerber hatte bisher ein Problem: den Zeitgeist. Der Trip-Hop, mit dem er seine Streicher-Orgien angereichert hatte, ist denkbar schlecht gealtert – die Beats waren meist zu dünn und zu belanglos. Dies hat der Berner wohl gemerkt, in seinem fünften Album «Wanderer» den Trip-Hop endlich hinter sich gelassen und das Feld für orientalische Perkussion und feinere Arrangements geöffnet. So spannt der Bassist mit schlafwandlerischer Sicherheit einen einnehmenden, warmen, erdigen und träumerischen Bogen über seine zwölf tieftraurigen Songs.

Doch auch mit «Wanderer» ist Mich Gerbers Musik nicht jedermanns Sache: Auf der einen Seite schafft es Gerber wohl, trotz Mönchschören und indischstämmiger Sängerin nicht komplett der Esoterik zu verfallen. Trotzdem schwingt auch auf dem Fünftling immer noch eine Esoterik im Stile von Andreas Vollenweider mit, die viele abschrecken dürfte.

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