Aus Koma erwacht: Michael Schumacher nach Lausanne verlegt
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Aus Koma erwachtMichael Schumacher nach Lausanne verlegt

Formel-1-Legende Michael Schumacher ist nach dem Aufwachen aus dem Koma von Grenoble ins Universitätsspital Lausanne verlegt worden.

von
bee

Der frühere Rennfahrer Michael Schumacher liegt nach Angaben seiner Managerin nicht mehr im Koma und hat das Krankenhaus in Grenoble verlassen. Er wurde ins Universitätsspital Lausanne (CHUV) verlegt. Das sagte CHUV-Mediensprecher Darcy Christen der Nachrichtenagentur SDA. Aus Rücksicht auf die Privatsphäre der Familie und das Arztgeheimnis mache das CHUV keine weiteren Angaben, sagte Mediensprecher Christen weiter. Nun werde er «seine lange Phase der Rehabilitation fortsetzen», erklärte Managerin Sabine Kehm am Montag.

Seine Familie bedankte sich ausdrücklich bei allen behandelnden Ärzten und dem Pflegeteam in Grenoble sowie bei den Ersthelfern am Unfallort. «Der Dank der Familie gilt auch all den Menschen, die Michael so viele gute Wünsche gesendet haben», fügte Kehm hinzu. Die weitere Genesung Schumachers solle aber «ausserhalb der Öffentlichkeit erfolgen».

Wie die «Bild»-Zeitung schreibt, wurden die wachen Phasen Schumachers in den letzten Wochen immer länger. Er könne Stimmen hören und auf Berührungen reagieren. Auch mit seiner Umgebung, vor allem mit seiner Ehefrau Corina, könne er kommunizieren.

Schumacher wird langsam aus dem Koma geholt

Keine Auskunft über die Zeit im CHU Grenoble

Weitere Details zu seinem Zustand wurden nicht gemacht. In der Medienmitteilung heisst es weiter: «Für die Zukunft bitten wir um Verständnis, dass seine weitere Rehabilitation ausserhalb der Öffentlichkeit erfolgen soll.»

«Schumacher war bei Unfall nicht zu schnell»

Kehm bat darum, dies zu respektieren. Sollten die Medien in ihrer Berichterstattung dieser Bitte nicht nachkommen, drohte die Managerin mit gerichtlichen Prozessen.

Bleibende Hirnschäden nicht ausgeschlossen

Der 45-jährige Schumacher war am 29. Dezember bei einem Sturz im französischen Skigebiet Méribel mit dem Kopf auf einen Stein geprallt und hatte trotz Helms ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Danach lag er im künstlichen Koma. Ende Januar hatten die Ärzte in Grenoble damit begonnen, die Narkosemittel zu reduzieren. Anfang April hiess es, er zeige «Momente des Bewusstseins». Bleibende Hirnschäden sind nicht ausgeschlossen.

Schumacher gilt als der erfolgreichste Rennfahrer in der Geschichte der Formel 1. Siebenmal holte er den Titel der Königsklasse, fünfmal in Folge mit Ferrari und zuvor zweimal mit Benetton. Er gewann 91 Rennen. 2012 zog er sich endgültig aus dem Rennsport zurück.

Die Nachricht, dass sich Schumacher nicht mehr im Koma befindet, löste sechs Tage vor dem Grand Prix von Österreich innerhalb der Sportwelt riesige Freude aus. Auf sämtlichen Social-Media-Kanälen wurden Glückwünsche verbreitet.

(Video: Reuters) (bee/sda)

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