Aktualisiert 11.08.2009 15:11

Reaktionen aus der Formel-1-Szene«Michael wird wissen, was er macht»

Der Körper hat einen Strich durch Michael Schumachers Comeback-Pläne gemacht. Seine Nackenverletzung war doch schlimmer als vielerorts angenommen. Die Formel-1-Prominenz zeigte sich zwar enttäuscht, kann den Schumi-Rückzieher aber durchaus nachvollziehen.

von
pre

Als Erster meldete sich Michaels jüngerer Bruder und ehemaliger Formel-1-Fahrer, Ralf Schumacher, zu Wort. «Es ist absolut klar, dass ein Formel-1-Einsatz nicht möglich ist, wenn der gesundheitliche Zustand dies nicht zulässt. Sehr schade für alle, die sich auf Michaels Comeback gefreut hatten, aber der Entscheid ist zu akzeptieren.»

Wie Michaels Bruder Ralf hatte sich auch Schumachers Manager Willi Weber auf das Comeback seines Schützlings gefreut. Die Enttäuschung, dass es nicht geklappt hat, ist natürlich gross. «Es ist sehr schade. Aber die Gesundheit geht vor. Michael war total fit, das wäre kein Problem gewesen», so der Manager. «Aber nach den ersten Testrunden gab es keine Verbesserung im Bereich der Nackenmuskulatur. Er konnte allenfalls ein Drittel des normalen Trainingspensums in diesem Bereich absolvieren.» Der Motorradunfall im Februar sei aber schliesslich auch der schwerste Unfall, den Schumacher in seiner Motorsportkarriere hatte.

Hamilton: «Wäre gerne gegen ihn gefahren»

Genau wie sein engstes Umfeld bedauerte auch ein grosser Teil der Konkurrenz, dass Schumacher nun doch nicht auf die Rennstrecke zurückkehren wird. Vor allem der aktuelle Weltmeister Lewis Hamilton zeigte seine Enttäuschung: «Ich war erfreut über die Möglichkeit von Michaels Rückkehr in die Formel 1. Er ist einer der grössten Wettkämpfer, eine Legende. Es wäre eine Ehre und ein Privileg gewesen, gegen ihn zu fahren. Die ganze Welt hätte seine Rückkehr ins Cockpit verfolgt.»

Force-India-Pilot Adrian Sutil hatte sich ebenfalls auf den siebenfachen Weltmeister gefreut und war entsprechend enttäuscht, dass er sich nun doch nicht mit Schumi messen können wird. «Das ist sehr schade für alle Fans und auch für die Formel 1. Die Euphorie und Vorfreude waren gross, und wir alle haben uns auf ihn gefreut. Schumacher aber ist ein Profi und macht keine Kompromisse. Wenn er nicht hundert Prozent fit ist, lässt er es lieber.» Für Formel-1-Legende Niki Lauda ist Schumis Verzicht hingegen einfach nur «fürchterlich».

Wortkarger Sebastian Vettel

Deutlich passiver zeigte sich Mercedes Motorsportchef Norbert Haug. Das geplatzte Comeback sei eine grosse Enttäuschung für alle, die sich auf Michaels Comeback gefreut hätten. «Aber die Gesundheit geht vor. Es war von Anfang an klar, dass die medizinische Untersuchung entscheidend sein wird», erklärte der 56-Jährige. Sehr wortkarg kommentierte Schumachers designierter Nachfolger Sebastian Vettel den Rückzug des Rekordweltmeisters. «Michael wird wissen, war er macht», war der einzige Satz, der dem aktuellen WM-Dritten zu entlocken war. (pre/si)

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