Tea-Party-Ikone geht: Michele Bachmann kündigt Abschied an
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Tea-Party-Ikone gehtMichele Bachmann kündigt Abschied an

Die Kurzzeit-Schweizerin und republikanische Abgeordnete Michele Bachmann hat genug vom US-Kongress. Sie will 2014 nicht mehr kandidieren.

von
aeg

Die republikanische Abgeordnete Michele Bachmann, Liebling der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung im US-Präsidentschaftswahlkampf 2012, hat am Mittwoch ihren Abschied aus dem Kongress angekündigt. Sie werde sich im kommenden Jahr nicht um eine fünfte Amtszeit im Repräsentantenhaus bewerben.

Ihre Zukunftspläne liess die 57-jährige Politikerin aus dem Bundesstaat Minnesota im Dunkeln, schloss aber eine neuerliche Kandidatur für ein politisches Amt nicht aus.

Bachmann sagte in einem auf ihrer Website veröffentlichten Video, es gebe keine Option «direkt in der politischen Arena oder woanders», die sie nicht ernsthaft in Erwägung ziehen würde, «wenn ich helfen kann, unsere grossartige Nation für künftige Generationen zu schützen».

Die scheidende Abgeordnete betonte, dass ihr abrupter Abschied nichts mit Untersuchungen ihrer Präsidentschaftskampagne durch die Ethikwächter im Kongress und die Bundeswahlbehörde zu tun habe. US-Medien hatten im März berichtet, dass es Hinweise auf einen Missbrauch von Wahlkampfgeldern gebe.

Ausserdem versicherte Bachmann, dass sie mit ihrem Rückzug keineswegs einer befürchteten Niederlage zuvorkomme. Bei der jüngsten Wahl im November hatte sie ihren Wahlkreis nur mit einem hauchdünnen Vorsprung gegen den demokratischen Herausforderer Jim Graves verteidigen können. Umfragen sahen den reichen Hotelmanager Graves zuletzt vor der Amtsinhaberin.

Schweizer Pass zurückgegeben

Bachmann schaffte als Galionsfigur der Tea-Party-Bewegung den Sprung auf die nationale Politikbühne. Die frühere Steueranwältin prangerte einen Ausbau des Staats unter Präsident Barack Obama an, den das konservative Lager vor allem an der umstrittenen Gesundheitsreform festmachte.

Ausserdem pflegte Bachmann ein Bild von sich als evangelikale Christin, die gegen Abtreibung und Homoehe zu Felde zog. Ihre Präsidentschaftsbewerbung war allerdings schnell vorbei: Nach einem enttäuschenden Abschneiden bei der ersten Vorwahl der Republikaner in Iowa im Januar 2012 schied sie aus dem Rennen aus.

Im Sommer sorgte sie in Schweizer Medien noch einmal für einige Meldungen, als sie nach nur drei Monaten die Schweizer Staatsbürgerschaft wieder zurückgab. Die mit einem gebürtigen Thurgauer verheiratete Bachmann begründete ihren Verzicht mit dem Hinweis, sie sei zu 100 Prozent US-Staatsbürgerin und stolz auf ihre Zugehörigkeit «zur grössten Nation, die die Welt je gekannt hat». (aeg/sda)

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