Aktualisiert 27.03.2014 13:45

8400 Dollar für Suite

Michelle Obama klotzt auf ihrer China-Reise

Michelle Obama war mit einem 400-köpfigen Tross in China unterwegs und liess es sich gut gehen. Die hohen Kosten für die Reise stösst ihren Kritikern sauer auf.

von
sut

Es sollte eine unpolitische Reise werden, ausgerichtet auf Begegnungen zwischen Mensch und Mensch. Dennoch warf der am Mittwoch zu Ende gegangene China-Trip der US-Präsidentengattin im Reich der Mitte hohe Wellen – während zuhause in den USA vor allem über die hohen Kosten debattiert wurde.

Obama-kritische Websites schlugen breit, dass Michelle Obama und ihre Entourage in der chinesischen Hauptstadt das teure Westin Hotel in Beschlag nahmen. In Begleitung der Töchter Malia (15) und Sasha (12) sowie ihrer Mutter Marian Robinson belegte die First Lady die Präsidentensuite, die pro Nacht 8400 Dollar kostet.

Marie-Antoinette von heute

Als Vizepräsident Joe Biden gegen Ende vergangenen Jahres Beijing besuchte, befand man diese Suite als zu teuer. «Westin Chaoyang - Preis war prohibitiv verglichen mit dem St. Regis», steht in offiziellen Dokumenten, die der «Weekly Standard» publizierte. Bidens Reise kostete 384'000 Dollar. Die Reise der First Lady, ihrer Beraterinnen und dem angeblich über 400 Köpfe zählenden Tross von Sicherheitskräften und Organisatoren wird auf ein Vielfaches dieses Betrags zu stehen kommen.

Michelle ist derart bekannt für ihre teuren Reisen, dass Kritiker in einer Bildmontage ihren Kopf auf ein Gemälde aus dem 18. Jahrhundert setzten. Das Porträt zeigt die französische Königin Marie-Antoinette mit der Hand auf einem Globus und der Inschrift: «Choosing the next Vacation» – die nächste Reise wählen. Die Website Judicial Watch hat errechnet, dass schon nur die Flugkosten für die Privatreisen der Obamas im vergangenen Jahr die US-Steuerzahler 7,39 Millionen Dollar kosteten.

Touristisches Programm

Das Weisse Haus zeichnet auf einer Blogsite mit Fotos und Videos die Stationen des Damenquartetts in China nach. Neben Beijing besuchten sie die Städte X'ian und Chengdu. Die Frauen sahen unter anderem die Verbotene Stadt, beschritten die grosse Mauer und statteten der berühmten Grube mit 8000 historischen Terracotta-Soldaten einen Besuch ab. Daneben trat Michelle in einer Schule und im örtlichen Ableger der Stanford-Universität auf.

Der diplomatische Höhepunkt war zu Beginn des Trips das Treffen der Obamas mit Peng Liyuan, der chinesischen First Lady. Die viel kleinere Frau, eine früher populäre Sängerin, trug extrahohe Absätze, um im Vergleich mit der grossgewachsenen Michelle Obama nicht allzu sehr abzufallen. Peng instruierte die amerikanische Besucherin beim Malen chinesischer Schriftzeichen. Als Michelle mit dem Zeichen für «ewig» Mühe bekundete, scherzte sie laut «USA Today»: «Dafür würde ich eine Ewigkeit brauchen.»

Zensoren schlugen zu

Schlagzeilen machten ihre Ansprachen, besonders jene an einer Mittelschule in Chengdu. Obama sagte den Schülern, die USA träten «für das Recht ein, das zu sagen und zu glauben, was wir wollen» – eine Anspielung auf die mangelhafte Redefreiheit in China. Gleichzeitig gestand sie den früheren Rassismus in Amerika ein: «Vor vielen Jahrzehnten gab es in Amerika Gesetze, die die Diskriminierung gegen schwarze Menschen wie mich erlaubten.»

Die staatlichen chinesischen Medien, die begeistert über Michelle Obamas Reise berichteten, zensierten die Bemerkung über die Redefreiheit weg. So erhielt die Reise dennoch eine politische Note – wenn auch keine so markante wie bei der Reise Hillary Clintons von 1995. Die damalige First Lady trat an einem internationalen Frauenkongress auf und nahm in ihrer Rede bezüglich Menschenrechte kein Blatt vor den Mund.

Teure «Soft Power»

Ob sich der riesige Aufwand für die Reise Michelle Obamas angesichts der angespannten Beziehungen zwischen den USA und China gelohnt hat? «Soft Power» ist nicht immer wirksam, aber im Vergleich zu harter Macht allemal vorzuziehen.

Die vier Obama-Frauen besuchen Riesenpandas:

(Quelle: Youtube/The White House)

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