Aktualisiert 03.02.2005 13:04

Michelle: Todescocktail im Bad gemixt

Acht Monate nach ihrem Selbstmordversuch hat Schlagersängerin Michelle endlich die Kraft gefunden, über den schlimmsten Tag in ihrem Leben zu sprechen.

Am Montag erscheint Michelles neue CD «Leben», dazu gehört ein sehr persönliches Hörbuch, in dem die 32-Jährige die dramatischen Stunden beschreibt.

Am 27. Mai vergangenen Jahres wollte sich Michelle das Leben nehmen. Der Selbstmordversuch endete auf der Intensivstation und in der Psychiatrie der Uni-Klinik Bonn.

Die deutsche Boulevardzeitung «Bild» veröffentlichte vorab Auszüge aus dem bewegenden Bekenntnis: «Ich greife nach drei Fläschchen Antidepressiva. Ich werde mir jetzt einen fabelhaften Drink mixen. Einen ?Michelle Royal?. Ich fülle die 90 Milliliter 'Stangyl' um in eine halbe Flasche Apfelschorle und schüttele kräftig.

Ich habe keine Angst. Ich fürchte nicht das Ziel dieser Reise. Schon sitze ich auf dem Bett und stürze den Cocktail hinunter. Der bitter süsse Geschmack ist unerträglich. Meine Nackenhaare stellen sich auf. Eine Welle der Übelkeit überschwemmt meinen Magen. Ich muss mich beherrschen, um nicht zu kotzen. Ich lege mich auf den Rücken, ziehe die Decke bis ans Kinn.

Nach ein paar Minuten fällt mir ein, vorher noch mal auf die Toilette zu gehen. Das wäre angenehmer für diejenigen, die Michelle finden werden. Seufzend schlage ich die Decke zurück. Ich kann mein Blut in den Ohren rauschen hören. Das Zimmer um mich herum verschwimmt. Ich erhebe mich mühsam und schwanke ins Badezimmer. Ich frage mich, ob ich nicht einen entsetzlichen Fehler begangen habe. Es ist der letzte Moment Klarheit. Dann falle ich in ein tiefes Loch und nachtschwarze Dunkelheit umhüllt mich.»

Michelle war ins Koma gefallen, drei Stunden später wurde sie von ihrem Kindermädchen gefunden. Mit Blaulicht kam sie in die Klink. Heute ist Michelle froh, dass der Selbstmordversuch damals nicht geklappt hat.

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