US-Wahlen: Michelle und Ted elektrisieren Denver
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US-WahlenMichelle und Ted elektrisieren Denver

Die US-Demokraten haben ihren Wahlparteitag begonnen, bei dem Barack Obama offiziell zum Präsidentschaftskandidaten nominiert werden soll. Am ersten Tag warben sowohl Obamas Frau Michelle als auch der schwer kranke Senator Ted Kennedy für dessen Wahl.

In einer emotionalen und sehr persönlichen Rede stellte Michelle Obama ihren Mann Barack als treuen Familienvater vor, dessen Politik fest in Glauben und traditionellen amerikanischen Wertvorstellungen verwurzelt sei.

Einfache Familienverhältnisse

«Ich bin gekommen als Ehefrau, die ihren Mann liebt und überzeugt ist, dass er ein ausserordentlicher Präsident sein wird», sagte die Frau des demokratischen Präsidentschaftskandidaten vor mehr als 4000 Delegierten in Denver.

Michelle Obama betonte, dass ihr Mann und sie beide in einfachen Verhältnissen aufgewachsen und deshalb mit den Alltagssorgen der Wähler vertraut seien. Beide hätten früh gelernt, «dass man hart für seine Ziele im Leben arbeiten» müsse.

«Wir wollen, dass unsere Kinder und alle Kinder dieser Nation wissen, dass eure Chancen im Leben nur begrenzt werden durch die Reichweite eurer Träume und die Bereitschaft, euch dafür ins Zeug zu legen», rief die 44-jährige Michelle Obama den jubelnden Delegierten zu.

Obama besser kennenlernen

Michelle Obamas Rede stand im Zusammenhang mit den Bemühungen von Obamas Wahlkampfstrategen, die Wähler besser mit dem Spitzenkandidaten bekannt zu machen. Viele Wähler geben in Umfragen an, noch nicht genug über Obama zu wissen.

Vor allem in der Arbeiterschaft und der unteren Mittelschicht - traditionell eine Kernklientel der Demokraten - gibt es noch Vorbehalte gegen den Kandidaten. Frau Obamas Rede solle dazu dienen, dem Land «einen persönlichen Blick auf Barack Obama» ermöglichen, hatte das Wahlkampfteam im Vorfeld angekündigt.

Emotionaler Auftritt

Zuvor hatte der schwer kranke 76-jährige Senator Edward Kennedy mit seinem Auftritt Begeisterung und Tränen ausgelöst. Langsam sprechend und von seinem Krebsleiden sichtlich geschwächt sagte der Senator Obama seine Unterstützung zu.

«Barack Obama steht für den Wandel, den wir brauchen», sagte Kennedy. Die Kandidatur Obamas sei «ein Zeichen der Hoffnung für Amerika». Was Obama anstrebe, bedeute die «Erneuerung der Nation».

Kennedy, der einzige Überlebende der Kennedy-Brüder, ist seit über 40 Jahren Senator und gilt als einer der einflussreichsten und populärsten Politiker der Demokraten. Nach einem Zusammenbruch war ihm im Juni ein Gehirntumor entfernt worden.

Warten auf Hillary

Höhepunkt des Parteitags soll eine Rede Obamas am Donnerstag in einem Football-Stadion sein. Mit besonderer Spannung wird auch der Auftritt von Senatorin Hillary Clinton am Dienstag erwartet, die den bitter geführten Vorwahlkampf knapp verloren hatte. Unmittelbar vor Beginn des Parteitags rief sie ihre Anhänger auf, Obama den Rücken zu stärken.

Umfragen zufolge hat Obama seinen Vorsprung in der Wählergunst vor dem designierten Kandidaten der Republikaner, John McCain, mittlerweile eingebüsst. Beide Politiker liegen nun gleichauf. Die Republikaner halten ihren Parteitag Anfang September in St. Paul im Bundesstaat Minnesota ab.

(sda)

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