Michigan ist klimaschädlicher als ganz Nigeria

Aktualisiert

Michigan ist klimaschädlicher als ganz Nigeria

Die meisten US-Bundesstaaten verursachen einer Studie zufolge mehr Treibhausgase als Dutzende Entwicklungsländer zusammen.

42 US-Bundesstaaten verursachten für sich allein genommen mehr Treibhausgase als hundert Entwicklungsländer zusammen, heisst es in einer am Donnerstag an der UNO-Klimakonferenz in Bali vorgestellten Studie der US-Organisation National Environment Trust (NET).

So verursache etwa der Bundesstaat Michigan mehr Kohlendioxid als das mit 140 Millionen Menschen bevölkerungsreichste Land Afrikas, Nigeria, in dem 16-mal so viele Menschen leben. Texas verursache mehr Klimakiller als 116 Entwicklungsländer mit insgesamt einer Milliarde Einwohnern zusammen.

Kalifornien mit mehr CO2 als Brasilien

Kalifornien seinerseits verursacht demnach mehr Treibhausgase als Brasilien oder als 106 Entwicklungsländer zusammen. Und sogar der kleine Bundesstaat Wyoming, der nur eine halbe Million Einwohner zählt, verursacht mehr CO2 als 69 Entwicklungsländer, die zusammen 357 Millionen Einwohner zählen.

Die Autoren der Studie forderten US-Präsident George W. Bush und seine Regierung auf, in der Klimadiskussion Verantwortung zu übernehmen. «Die amerikanischen Entscheidungsträger sind nicht glaubwürdig, wenn sie den Entwicklungsländern abverlangen, ihre eigenen Emissionen zu reduzieren, bevor die USA damit anfangen», sagte NET-Vizechefin Angela Anderson auf Bali.

Die «gute Nachricht» sei jedoch, dass 17 US-Bundesstaaten, die 31 Prozent der Treibhausemissionen des Landes und 45 Prozent der Bevölkerung repräsentierten, ihrerseits Massnahmen zur Verringerung der Treibhausgase beschlossen hätten. (sda)

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