65. Geburtstag: Mick Jagger wird pensioniert
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65. GeburtstagMick Jagger wird pensioniert

«You're never too old to rock'n'roll»: Auf niemanden scheint diese Redewendung besser zuzutreffen als auf den britischen Rockmusiker Mick Jagger, der am 26. Juli 65 wird.

Böse Zungen behaupten, der Frontmann und Sänger der «Rolling Stones» habe schon mit 25 so ausgesehen wie heute. Der Schmollmund jedenfalls ist derselbe. Höchstens ein paar Furchen mehr haben sich in sein Gesicht eingegraben.

«Die Rolling Stones machen weiter, spielen noch mehr Alben ein und gehen immer wieder auf Tour», kündigte Jagger im vergangenen Jahr an. Ein Rückzug in den Ruhestand ist nicht abzusehen. Auf die Frage, wie er es schafft, so drahtig zu sein und noch immer wie ein Berserker über die Bühne zu rennen, antwortete Jagger unlängst, er habe sich in seinen wilden Zeiten entschieden, «nicht jung zu sterben». Ausserdem verweist er auf seine Ernährung als Kind. Damals habe es noch keinen Fast Food gegeben.

Einträglichste Tour

Dem Image vom «ewig jugendlichen» Jagger versetzte die Boulevardzeitung «Sun» vor zwei Jahren einen Dämpfer. Bei Konzerten benutze er einen versteckten Teleprompter, damit er seine Songtexte nicht vergesse, hiess es unter Berufung auf ein Bandmitglied. Dieses versicherte zugleich, dass Jagger das Hilfsmittel «nur ganz selten» benötige, betonte aber, dass es doch «höchst peinlich» wäre, wenn er beispielsweise die Worte von «Satisfaction» vergesse.

Der Song «I Can't Get No Satisfaction» aus dem Jahr 1965 machte Jagger und sein markante Stimme weltberühmt und verkaufte sich millionenmal. Er ist vielleicht noch eine Spur legendärer als andere Hits wie «Under my Thumb», «Let's Spend the Night Together», «Brown Sugar», «Honky Tonk Woman» oder «Sympathy for the Devil». Die jüngste «Bigger Bang»-Welttournee der Stones, die vor einem Jahr mit einem Konzert in Belgrad zu Ende ging, gilt mit Einnahmen von mehr als 437 Millionen Dollar als wirtschaftlich erfolgreichste Konzertreise aller Zeiten. Jagger selbst soll mittlerweile 225 Millionen Pfund (465 Millionen Franken) schwer sein.

«Sir Mick» wird ruhiger

Der 1943 in Dartford südlich von London geborene Michael Phillip Jagger brach sein Studium an der renommierten London School of Economics Anfang der 60er-Jahre ab. Zusammen mit den Gitarristen Keith Richards und Brian Jones gründete er die nach einem Song ihres Bluesidols Muddy Waters benannten «Rolling Stones». Jagger, der im Gegensatz zu den «braven» «Beatles»-Pilzköpfen das Bild von den «bad guys» kultivierte, wurde 2003 - trotz oder wegen «Sex, Drugs and Rock'n Roll» - in den Adelsstand erhoben und darf sich seitdem «Sir Mick» nennen. Als Frauenheld machte Jagger in den vergangenen Jahren nicht mehr von sich reden.

Wie es heisst, hat die viel grössere und ein Vierteljahrhundert jüngere Stylistin L'Wren Scott ihn seit 2001 fest im Griff. Die Sturm- und Drangzeit mit den Sängerinnen Marianne Faithfull und Carla Bruni - Frankreichs heutiger Première Dame - oder den Models Chrissie Shrimpton und Luciana Giminez Morad ist vorbei. Verheiratet war der siebenfache Vater und dreifache Grossvater mit der nicaraguanischen Schönheitskönigin Bianca de Macías und dem texanischen Model Jerry Hall, die ihm attestierte, stets gut für seine vier mit ihr gezeugten Kinder gesorgt zu haben. (sda)

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