Microsoft lenkt ein: XP geht in die Verlängerung
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Microsoft lenkt ein: XP geht in die Verlängerung

Eigentlich wollte Microsoft das Betriebssystem Windows XP diesen Sommer vom Markt nehmen. Wegen den boomenden Billig-Laptops bleibt XP aber weiterhin im Angebot.

Microsoft-CEO Steve Ballmer nutzt jede noch so kleine Gelegenheit, um die Lancierung des neusten Betriebssystems Windows Vista als eine einzige Erfolgsgeschichte darzustellen. Doch gerade die populären Billig-Rechner machen dem Software-Giganten einen Strich durch die Rechnung. Denn die einfachen und preiswerten «Ultra Low-Cost PCs» (ULCPC) kommen mit dem Arbeitsspeicher fressenden Windows Vista zu schnell an ihre Grenzen.

Deshalb will Microsoft die Installation von Windwos XP auf Billig-Laptops wie dem ASUS Eee PC oder Intels Classmate PC weiter zulassen. Grund für dieses Vorgehen dürfte die stetig steigende Akzeptanz des freien Betriebssystems Linux sein. So feierte der taiwanesische Laptophersteller Asus in jüngster Zeit einen grossen Markterfolg mit seinem Billig-Rechner Eee PC, der für 300 Dollar mit einem Linux-System ausgeliefert wurde. Dieser Trend setzt sich auch beim «Classmate»-PC fort, mit dem Intel die Klassenzimmer der Schulen in den Schwellenländern erobern möchte. Zwar gibt es auch Windows-XP-Varianten des Schul-Laptops. Doch die meisten Abnehmer entscheiden sich für Open-Source-Software wie Mandriva Linux oder Ubuntu. Damit können sich die Hersteller kostspielige Windows-Lizenzen an Microsoft sparen.

Wenn die kleinen Rechner die entsprechende Hardware-Leistung mitbringen, soll künftig auch Vista darauf laufen. Die Gnadenfrist für XP gilt jedoch ausschliesslich für die ULCPCs, im Handel wird das «alte» Betriebssystem wie geplant ab Mitte dieses Jahres definitiv nicht mehr angeboten.

(mbu)

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