«Minecraft»-Deal: Microsoft will mit Sony und Apple Geld scheffeln
Aktualisiert

«Minecraft»-DealMicrosoft will mit Sony und Apple Geld scheffeln

Warum bezahlt Microsoft 2,5 Milliarden Dollar für einen Indie-Entwickler? Nicht wegen des Studios, sondern wegen eines einzigen Games.

von
Ill-FiL

Microsoft kauft den schwedischen Indie-Entwickler Mojang («Minecraft») für 2,5 Milliarden Dollar. Oder in anderen Worten: Jede von Xbox-360-Spielern gezockte Stunde «Minecraft» lässt sich der Softwaregigant 1,25 Dollar kosten (das Game wurde auf der Konsole bisher zwei Milliarden Stunden gespielt).

Insofern muss davon ausgegangen werden, dass es dem amerikanischen Software-Giganten wohl nicht um Mojang als Entwickler, sondern vielmehr um die Marke «Minecraft» geht. Die anderen beiden bisher bekannten Game-Projekte der Schweden dürften für Microsoft unwichtig sein, zumal unbekannt ist, ob sie unter der Führung des US-Unternehmens überhaupt weiterentwickelt werden. Gut möglich, dass Mojang-Gründer Markus «Notch» Persson die Rechte an mindestens einem der beiden Titel sogar behalten hat. Er wird eigenen Angaben zufolge Mojang verlassen.

Zumindest im Fall des Weltraum-Sandbox-Spiels «0x10c» könnte dies der Fall sein. Am Montag nämlich hat derselbe Indie-Musiker C418, der auch schon für den «Minecraft»-Sondtrack verantwortlich zeichnete, erste Tracks zum Game veröffentlicht.

Unsicher ist auch die Zukunft des Karten-Strategie-Games «Scrolls». In einem Statement zur Mojang-Übernahme äussern sich die verbliebenen Mitarbeiter über andere in Entwicklung stehende Mojang-Spiele. Allerdings haben sie derzeit selber keine Ahnung, ob und wann an «Scrolls» weitergearbeitet wird («Wir wissen noch nichts. Sobald wir Neuigkeiten haben, teilen wir sie mit»).

Geldmaschine «Minecraft»

Fest steht, dass «Minecraft» mit über 100 Millionen Downloads nur auf dem PC eines der beliebtesten und erfolgreichsten Spiele aller Zeiten ist. Dessen ist sich auch Phil Spencer, CEO von Xbox, bewusst. Medienberichten zufolge erwartet Microsoft, dass sich die Investition bereits im Frühjahr 2015 auszuzahlen beginnt. Was allerdings kaum heisst, dass «Minecraft» im nächsten halben Jahr 2,5 Milliarden Dollar einspielen dürfte.

Spencer beziehungsweise Microsoft ist überzeugt, dass «besondere Inhalte die Kraft haben, Menschen zu vereinen». «Minecraft» helfe Microsoft, über mehrere Plattformen hinweg neue Spieler zu erreichen. Aus diesem Grund plane Microsoft, den Titel auch weiterhin plattformübergreifend verfügbar zu machen - «einschliesslich iOS, Android und Playstation».

In dieser Aussage des Xbox-CEO liegt wohl der Hauptgrund für den Mojang-Kauf. «Minecraft» öffnet Microsoft die Tür, eigene Spiele auch auf anderen Plattformen, sogar auf der Playstation, zu vertreiben. Die auf dem mobilen Betriebssystemen iOS erhältliche Version des Sandkasten-Spiels verschafft Microsoft zudem den Zugang zu Millionen Apple-Kunden. Und auch wenn die 2,5 an Mojang überwiesenen Milliarden bis im nächsten Frühling sicher nicht amortisiert sein werden, erreicht Microsoft potenziell weit über 310 Millionen neue Nutzer (über 150 Millionen iPhone-, mehr als 71 Millionen iPad- sowie über 10 Millionen PS4- und 80 Millionen PS3-Besitzer; Stand: Ende 2013).

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