Anfeuerungen unerwünscht: Middlesbrough will Fans zum Schweigen bringen
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Anfeuerungen unerwünschtMiddlesbrough will Fans zum Schweigen bringen

Ein Brief der Sicherheits-Beauftragten erzürnt momentan die Fans vom englischen Premier-League-Klub Middlesbrough. In der Mitteilung werden die Fans angehalten, sich während des Spiels ruhiger zu verhalten. Der Dauerlärm störe die anderen Zuschauer.

Die Fans sind die Seele eines Fussballklubs und vor allem in England hat die Fankultur eine immense Bedeutung. Mit Sprechchören und Choreographien sorgen sie in den Stadien für eine knisternde Atmosphäre. Beim FC Middlesbrough, der momentan mit 23 Punkten auf dem vorletzten Platz der Premier League liegt, ist eine allzu lautstarke Unterstützung aber nicht mehr erwünscht.

Vor dem Spiel gegen Wigan schrieb Sue Watson, Sicherheits-Beauftragte von «Boro», einen offenen Brief an die Fans, der die Anhänger des Blocks 53a im Riverside Stadium in Rage brachte. Sie sollen doch während des Spiels nicht mehr aufspringen und die Mannschaft nur noch dann anfeuern, wenn Middlesbrough ein Tor erzielt, hiess es in dem Schreiben.

Beschwerden von anderen Zuschauern

Grund für das ungewöhnliche Vorgehen sollen die Reaktionen anderer Match-Besucher gewesen sein. «Ich erhalte mehr und mehr Beschwerden von unseren eigenen Fans, die auch in diesem Bereich sitzen. Sie klagen über das durchgehende Stehen und den konstanten Krach und Lärm vom Ende dieser Tribüne», versuchte sich Watson zu rechtfertigen. Die Fans nehmen die Anweisungen nach dem ersten Ärger locker und verbreiten mit einer gewissen Ironie die Richtlinien von Sue Watson: «Wir dürfen nicht singen», skandierten die Anhänger aus Block 53a beim letzten Spiel lauthals.

Klub krebst zurück

Der Klub bereut sein forsches Vorgehen mittlerweile und versucht, böses Blut zu vermeiden. «Der Rückhalt der Fans ist absolut notwendig und wir würden sie niemals von leidenschaftlicher Unterstützung abhalten», beschwichtigt Chief Operating Officer Neil Bausor. Der Brief sollte nur eine Erinnerung an die Sicherheitsvorschriften sein. Diese würden permanentes Stehen nicht erlauben und bezüglich des Lärmes wollte man nur vermeiden, dass Fans wie bisher ständig gegen die Plastikplane an der Tribünenrückseite schlagen und damit unangenehmen Lärm verursachen.

(pre)

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