Miese Stimmung bei Bundespersonal
Aktualisiert

Miese Stimmung bei Bundespersonal

Die Arbeitsbedingungen in der Bundesverwaltung machen der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Nationalrates Sorgen.

Am Dienstag nahm der Rat ihren Jahresbericht und jenen der Geschäftsprüfungsdelegation (GPDel) zur Kenntnis.

Die Personalpolitik des Bundes bleibe ein zentrales Thema für die GPK, sagte Brigitta Gadient (SVP/GR) als GPK-Sprecherin. Der Bundesrat habe zwar das Reporting verbessert. Dennoch brauchten verschiedene Belange die Aufmerksamkeit der Aufsichtskommission nach wie vor.

Viel zugemutet

Dem Personal werde viel zugemutet, etwa mit Aufgabenverzicht, Entlastungsprogrammen und Lohnmassnahmen, sagte Gadient. Die Bundesangestellten seien verunsichert, «und die Stimmung ist alles andere als gut».

Der Bund habe als Arbeitgeber nicht mehr die gleiche Qualität wie noch vor ein paar Jahren. Ab der mittleren Kaderstufe seien die Löhne schlechter als in der Privatwirtschaft. Nur gerade 8 Prozent seiner gesamten Ausgaben wende der Bund für sein Personal auf. Diese Aufwendungen würden oft überschätzt.

Christine Goll (SP/ZH) forderte für 2008 eine Reallohnerhöhung beim Bund. Eine solche sei überfällig, namentlich weil der Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat bei der PUBLICA einen Abbau darstelle. Weiter forderte sie eine Weiterbildungs-Offensive unter der Ägide des Eidgenössischen Personalamtse (EPA).

Homogene Lohnpolitik gefordert

Goll und auch Gadient mahnten, die Reorganisation des EPA dürfe nicht auf Kosten der homogenen Personalpolitik und besonders der Lohnpolitik gehen. Seit 1. Februar haben die Departemente bei der Zuweisung der Funktionen an die Lohnklassen mehr Kompetenzen.

Wurden früher Funktionen ab einem Maximallohn von 100 000 Franken im Jahr vom EPA respektive dem Finanzdepartement bewertet und einer Lohnklasse zugewiesen, liegt die Grenze nun bei 180 000 Franken. Damit seien die Departemente für 98 Prozent der Bundesangestellten zuständig, führte Goll aus.

(sda)

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