Frank Giering: Mieses Medienspiel um seinen Tod
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Frank GieringMieses Medienspiel um seinen Tod

Woran starb Frank Giering? Eine Berliner Zeitung will erfahren haben, dass sich der Schauspieler zu Tode gesoffen hat, doch seine Familie widerspricht dieser Darstellung: Sie kennt das wahre Obduktionsergebnis.

von
phi

Als Frank Giering am 23. Juni nicht bei Dreharbeiten auftauchte, hatte die Produktionsfirma seinen Stiefvater angerufen, der in die Wohnung des Schauspielers nach Berlin fuhr. Dort habe er erst noch mit dem 38-Jährigen gesprochen, bevor der aus Mund und Nase zu bluten begann und kurz darauf im Spital verstarb (20 Minuten Online berichtete). Kurz nach Bekanntwerden seines Todes spekulierten deutsche Medien bereits, Giering habe immer noch an Depressionen und Alkoholsucht gelitten.

Nun will die «B.Z.» erfahren haben, was die Obduktion ergeben hat: Wein und Schnaps hätten den Tod des Schauspielers verursacht, so das Blatt. Von Freunden will die Zeitung wissen, Giering habe zwei bis drei Flaschen Hochprozentiges täglich getrunken, in Spitzenzeiten sollen es gar vier Flaschen gewesen sein.

Komasäufer-Klischee

Ob und wie viel der Magdeburger getrunken hat, ist unklar. Fakt ist: Seine Schauspielagenten hat den B.Z.-Bericht ins Reich der Fabeln verwiesen. Der Vater des Verstorbenen habe der Agentur Hübchen gegenüber bestätigt, dass eine akute Gallenkolik die tatsächliche Todesursache war, die durch Gallensteine ausgelöst worden sei. Die Berliner Staatsanwaltschaft, die den Fall untersucht, sagte bloss, sie habe keine Hinweise auf Fremdeinwirkung. «Weitere medizinische Details können wir nicht kommentieren», sagte ihr Pressesprecher gegenüber «Welt Online».

Die Geschichte eines depressiven Alkohol-Todes erschien einigen Klatschredaktoren wohl deshalb so glaubhaft, weil Frank Giering so ein introvertierter, sensibler Mensch war. In einem allgemein recht vielsagenden Interview mit «Spiegel Online» hatte der Darsteller noch im Februar auf die Frage geantwortet, ob er lebensscheu sei: «Wahrscheinlich lerne ich deswegen auch keine Frau kennen. Aber ich muss zugeben, ich bin zu schüchtern, um eine anzusprechen.» Warum er so unsicher sei, begründete er so: « Ich kann schwer damit umgehen, einen Korb zu bekommen. Ich lasse lieber eine Möglichkeit verstreichen, bevor ich verliere.»

Der Trailer zum Giering-Film «Funny Games» von 1997: In dem österreichischen Meisterwerk von Regisseur Michael Haneke geht es um zwei Jugendliche, die eine Familie in ihrem Wochenendhaus aus reiner Boshaftikeit und mit übelsten Mitteln physisch und psychisch fertigmachen. Quelle: YouTube

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