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StudieMieten in der Schweiz sinken

Tiefere Zinsen, eine schwächere Zuwanderung und eine leicht rückläufige Nachfrage drücken die Mieten in der Schweiz bis Mitte 2010 um 0,4 Prozent. Damit wird laut der Studie Immo- Monitoring nach zehn Jahren steigender Mieten das Wohnen wieder billiger, wenn auch nur ganz leicht.

Auch mittelfristig gehen die Preise nur leicht zurück, hält der am Dienstag veröffentlichte Bericht der Beratungsfirma Wüest & Partner fest. Die Marktmacht werde trotz eines höheren Angebots nur langsam auf die Seite der Wohnungssuchenden kippen.

Die Zahl angebotener Wohnungen gemessen am Gesamtbestand (Angebotsziffer) beträgt laut Wüest & Partner tiefe 4,7 Prozent. Trotz des moderat prognostizierten Preisrückgangs zeigt die Statistik aber klar eine Trendwende: Mitte 2008 bis Mitte 2009 stiegen die Mietpreise im ganzen Land noch um satte 4 Prozent.

Günstiger im Westen

Den stärksten Rückgang werden laut Prognose die Westschweiz, die Nordwestschweiz und die Region Bern mit 0,7 Prozent erleben. Im wohnungsnotgeplagten Ballungsraum Zürich und in der Ostschweiz geben die Mietpreise nur um 0,3 Prozent nach. Auf Gesamtschweizer Level liegt die Südschweiz mit 0,4 Prozent Rückgang.

Am Genfersee und in der Zentralschweiz kommen Mieter gesamthaft nicht in den Genuss von Mietpreissenkungen: Für diese Regionen sagen Wüest & Partner keine Veränderung voraus. In beiden Landesteilen sind die Mietpreise 2008 bis 2009 noch über 7 Prozent in die Höhe geschnellt und lieferten so die Schweizer Spitzenwerte.

Dafür dürfte sich das Wohnungsangebot am Genfersee ausweiten, genauso im Raum Bern und in der Nordwestschweiz. Die Angebotsziffer stagniert hingegen in der Region Zürich, in der Romandie und im Tessin wie auch in der Ost- und der Zentralschweiz.

Preissturz bei Neuwohnungen

Erkennbar rückläufig sind die Preise für neue Wohnungen, die allerdings nur einen kleinen Teil des Angebots ausmachen: Sie gaben im vergangenen Halbjahr um 6,6 Prozent nach. Bei den neuen Wohnungen deutet sich laut Wüest & Partner ein Angebotsüberhang an.

Auch bei neuen Eigentumswohnungen werde es ein Überangebot geben: Der Verkauf neuer Objekte habe sich seit 2003 verdoppelt und gestalte sich zusehends schwierig, hält der Bericht fest. Das Preisniveau bei alten und neuen Eigentumswohnungen dürfte in den kommenden Monaten in allen Regionen generell stagnieren.

Einen Preissturz verhindern die tiefen Hypothekarzinsen, welche die Nachfrage nach Wohneigentum stützen. Dies gilt auch für Einfamilienhäuser. Mit dem Preisanstieg, der im letzten Halbjahr noch 2,4 Prozent betragen hatte, ist es aber überall ausser in Zürich und am Genfersee bald vorbei.

Wüest & Partner rechnen längerfristig gar mit sinkenden Preisen. Ein Überangebot stellen die Autoren der Studie aber nicht fest: Vielmehr finde wegen des grossen Bestands an «Occasions- Einfamilienhäusern» aus den 60er und 70er Jahren ein Generationswechsel statt.

Büroflachen halten sich

Die Angebotspreise für Büroflächen könnten sich trotz Krise im Schnitt besser halten, so die Studie. Dies liege aber an der Verschiebung des Angebots, weil teurere Lagen krisenbedingt häufiger angeboten werden, schlechtere Lagen aber aus den Angeboten gestrichen würden. Mittelfristig komme es zu einem Preisrückgang. (sda)

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