Zu wenig Bauland – Mieten sinken 2022 – der Preis fürs Eigenheim steigt weiter
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Zu wenig BaulandMieten sinken 2022 – der Preis fürs Eigenheim steigt weiter

Mietwohnungen sind gefragt, trotzdem sinkt der Mietpreis. Denn es gibt immer noch viele Leerwohnungen. Eigenheime bleiben auch in Zukunft teuer.

von
Barbara Scherer
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Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer leben alleine oder zu zweit.

Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer leben alleine oder zu zweit.

20min/Marco Zangger
Darum steigt die Nachfrage nach Mietwohnungen.

Darum steigt die Nachfrage nach Mietwohnungen.

20min/Marco Zangger
Gefragt sind vor allem 3- bis 4,5-Zimmerwohnungen. 

Gefragt sind vor allem 3- bis 4,5-Zimmerwohnungen.

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Darum gehts

  • Die Zahl der leeren Mietwohnungen sinkt.

  • Trotzdem sinken die Mietpreise nächstes Jahr.

  • Anders ist es beim Eigenheim: Dort steigen die Preise weiter an.

  • Denn es fehlt an Bauland.

Zum ersten Mal seit zwölf Jahren sinkt die Zahl der leerstehenden Wohnungen in der Schweiz. Das obwohl die Schweizer Bevölkerung kaum wächst. Grund dafür ist der Trend zu kleineren Haushalten: Immer mehr Menschen leben alleine, wie das aktuelle Immo-Monitoring von Wüest Partner zeigt.

«Das hängt mit dem steigenden Anteil der älteren Bevölkerung zusammen», erklärt Robert Weinert, Leiter der Immobilien-Studie. Denn Personen ab 55 Jahren leben häufiger als der Rest der Schweizer Bevölkerung alleine oder zu zweit.

Anders als erwartet, sind nicht Kleinwohnungen, sondern vermehrt Wohnungen mit 3 bis 4,5 Zimmern gefragt. «Seit Corona können die Leute vermehrt zuhause arbeiten und suchen darum Immobilien mit mehr Platz fürs Homeoffice», so Weinert.

Obwohl das Angebot an Mietwohnungen erstmals wieder kleiner wird, werden die Mietpreise laut Wüest Partner sinken: Es sei mit einem Preisrückgang von rund 0,8 Prozent im nächsten Jahr zu rechnen. «Denn das Angebot an Mietwohnungen ist immer noch reichhaltig und kann auch eine steigende Nachfrage decken», erklärt Weinert.

Wohneigentum bleibt teuer

Anders sieht es aber beim Eigenheim aus. Dort ist der Kaufpreis für Wohnungen und Häuser im letzten Jahr um über sieben Prozent gestiegen. Ein Ende ist nicht in Sicht: «Die Preise werden weiter ansteigen, allerdings nicht mehr so stark», sagt Weinert.

Seit Corona boomt Wohneigentum. Dieser Trend wird auch nach dem Ende der Pandemie anhalten. Das Problem: Es gibt zu wenig Angebote, weil es an Bauland fehlt. Denn seit der Umsetzung des Raumplanungsgesetzes aus dem Jahr 2014 wird wenig oder gar kein neues Bauland eingezont (siehe Box).

Das ist das Raumplanungsgesetz:

Weil Bauzonen teilweise zu gross waren, wurde das Raumplanungsgesetz 2014 revidiert und Bauzonen verkleinert. So soll die Zersiedlung aufgehalten werden. Denn wird überall gebaut, verlieren Tiere und Pflanzen Lebensraum. Das revidierte Gesetz soll die Landschaft stärker schonen und die Schweiz als Wohn- und Arbeitsort attraktiv halten, wie das Bundesamt für Raumentwicklung ARE schreibt.

Beim vorhandenen Bauland stehen Investoren für Mietwohnungen und Wohneigentum in Konkurrenz zueinander. Weil erstere meist über mehr Geld verfügen, werden dann oft Mietobjekte auf dem freien Bauland gebaut.

«Ein Problem ist auch die langsame Siedlungsentwicklung», erklärt Weinert. Ist ein Eigenheim geplant, kommen dem Projekt oft Denkmal- und Lärmschutz sowie Widerstand aus der Nachbarschaft in die Quere. Dadurch entstehen nur langsam neue Objekte, während die Nachfrage schnell ansteigt.

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