Verbände: «Zinssenkung überfällig»: Mieten sollen sinken

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Verbände: «Zinssenkung überfällig»Mieten sollen sinken

Die Interessenorganisationen von Hauseigentümern und Mietern haben die Leitzinssenkung der Nationalbank begrüsst. Sie erwarten, dass die Banken nun ihre Hypothekarzinsen senken.

«Endlich, das war höchste Zeit», sagte der Direktor des Hauseigentümerverbands Schweiz (HEV), Ansgar Gmür, auf Anfrage und fügte hinzu: «Diese weise Handlung der Nationalbank bringt eine Entlastung bei der Refinanzierung.» Profitieren würden nicht nur die Hauseigentümer, sondern auch die Mieter.

Der HEV sieht nun die Banken gefordert. «Wir erwarten, dass die Banken jetzt noch weiser handeln und ihre Zinsen senken», verlangte Gmür. Auf keinen Fall dürften die Banken den gesunden Schweizer Hypothekarmarkt dazu missbrauchen, mit dem Geld, das in der Schweiz verdient werde, die Verluste auf dem amerikanischen Immobilienmarkt auszugleichen. «Eine solche Querfinanzierung geht nicht an», sagte Gmür. Wenn die Banken ihre Hypo-Zinsen senkten, sei eine Wende im Finanzmarkt möglich. Die Rezession werde zwar kommen, aber die Zinssenkung durch die SNB werde sie etwas abfedern. «Die Leute werden dadurch mehr Geld für den privaten Konsum ausgeben können», sagte Gmür. Zur Zeit sind laut HEV in der Schweiz rund 650 Milliarden Franken an Hypothekarkrediten ausstehend. Ein Viertelprozent weniger Zins würde laut Gmür bedeuten, dass eine gute Milliarde Franken mehr für den Konsum übrig bliebe.

Ins gleiche Horn stösst der der Schweizerische Mieterinnen -und Mieterverband: «Wir nehmen erfreut zur Kenntnis, dass die Nationalbank nun ihre Aufgabe erfüllt», sagte MV-Geschäftsleiterin Regula Mühlebach auf Anfrage. Die SNB habe die Aufgabe, alles zu unternehmen, was eine Rezession verhindere. «Nun sollen die Banken ihren variablen Hypothekar-Zins senken,» forderte Mühlebach. (dapd)

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