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Höhere ZinsenMieter wehren sich gegen CS

Bis zu 70 Prozent mehr kosten 130 Wohnungen der CS-Siedlung beim Brunaupark in Zürich-Wiedikon seit 1. April. 60 Mieter ziehen den Fall vor die Schlichtungsbehörde.

von
Roman Hodel
Siedlung Brunaupark. (Bild: rom)

Siedlung Brunaupark. (Bild: rom)

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Der Schock sitzt tief: Für ihre Dreieinhalbzimmer-Wohnung beim Migros Brunaupark bezahlt die langjährige Mieterin F.* seit 1. April 54 Prozent mehr: Statt 1300 neu 2000 Franken brutto. «Das ist definitiv zu viel», sagt sie. Mieterin F. ist nicht die einzige – die happigen Mietzinsaufschläge von bis zu 70 Prozent betreffen über 130 Mieter im 1980 erstellten Wohnblock, der der Pensionskasse der Credit Suisse gehört. Wegen eines Baudeals zwischen CS und Stadt waren die Wohnungen auf 30 Jahre befristet der behördlichen Mietzinskontrolle unterstellt und daher günstig. Just mit deren Ende hat die CS nun Bäder, Küchen, Fenster und das Dach saniert. Alles Gründe, weshalb man die Mieten laut CS-Sprecher Marc Dosch «quartierüblichen Verhältnissen» angepasst hat: «Im Sinne der Versicherten der Pensionskasse können wir keinen Wohnraum subventionieren», sagt er.

Das sieht man beim Mieterverband anders: «Die CS schlägt auf ohne Rücksichtnahme auf die bisherigen Mieter», so Sprecher Walter Angst, «wir fordern eine moderate Erhöhung.» Deshalb zieht der Verband den Fall gemeinsam mit 60 Mietern vor die Schlichtungsbehörde – Mitte Mai findet die Verhandlung statt. Deren Ausgang wird einige Mieter allerdings nicht mehr betreffen: «Sie sind ausgezogen, weil ihnen die neuen Mietzinse schlicht zu teuer sind», sagt Mieterin F.

*Name der Redaktion bekannt

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