Zürich: Mietpreise in der Stadt Zürich stiegen seit dem Jahr 2000 um 40 Prozent 

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ZürichMietpreise in der Stadt Zürich stiegen seit dem Jahr 2000 um 40 Prozent 

Erstmals seit 2006 hat die Stadt Zürich eine Mietpreiserhebung durchgeführt. Die Erhebung zeigt: Das Wohnen vor allem in kleineren Wohnungen wird immer teurer.

von
Daniel Krähenbühl
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Per April 2022 lag der mittlere Nettomietpreis von 4-Zimmer-Wohnungen bei monatlich 1787 Franken, von 3-Zimmer-Wohnungen bei 1470 Franken und bei 2-Zimmer-Wohnungen bei 1336 Franken.

Per April 2022 lag der mittlere Nettomietpreis von 4-Zimmer-Wohnungen bei monatlich 1787 Franken, von 3-Zimmer-Wohnungen bei 1470 Franken und bei 2-Zimmer-Wohnungen bei 1336 Franken.

20min/Marco Zangger
Allerdings gibt es grosse Unterschiede im Mietpreisniveau: So sind Neubaumieten – gemäss Definition in maximal zwei Jahre alten Gebäuden – am teuersten.

Allerdings gibt es grosse Unterschiede im Mietpreisniveau: So sind Neubaumieten – gemäss Definition in maximal zwei Jahre alten Gebäuden – am teuersten.

URS JAUDAS
Gegenüber dem Jahr 2000 erhöhten sich die Wohnungsmieten um durchschnittlich 40 Prozent.

Gegenüber dem Jahr 2000 erhöhten sich die Wohnungsmieten um durchschnittlich 40 Prozent.

20min/Marco Zangger

Darum gehts 

Am teuersten wohnt es sich in der Stadt Zürich in der Innenstadt, den Quartieren Seefeld, Fluntern, Hottingen, Enge und Escher Wyss. Die günstigsten Wohnungen sind in den Quartieren Hard und Friesenberg sowie in Schwamendingen, Affoltern und Leimbach zu finden: Das zeigen aktuelle Daten der Mietpreiserhebung von Statistik Stadt Zürich. Es handelt sich um die erste solche Veröffentlichung seit 2006. Per April 2022 lag der mittlere Nettomietpreis von 4-Zimmer-Wohnungen demnach bei monatlich 1787 Franken, von 3-Zimmer-Wohnungen bei 1470 Franken und bei 2-Zimmer-Wohnungen bei 1336 Franken.

Allerdings gibt es grosse Unterschiede im Mietpreisniveau: So sind Neubaumieten – gemäss Definition in maximal zwei Jahre alten Gebäuden – am teuersten: Private 2-Zimmer-Wohnungen kosten im Mittel 2060 Franken, 3-Zimmer-Wohnungen 2799 Franken und 4-Zimmer-Wohnungen 3354 Franken. Wer kürzlich einen neuen Mietvertrag abgeschlossen hat oder in einer privaten Mietwohnung lebt, zahlt ebenfalls mehr: Bei 4-Zimmer-Wohnungen liegen die mittleren Preise von Bezugsmieten etwa bei 2420 Franken, von über 20-jährigen Bestandsmieten aber nur bei 1590 Franken.

Stadt Zürich

Im gemeinnützigen Bereich sind die Unterschiede dagegen klein: Hier sind Bezugsmieten ähnlich teuer wie in zehn- oder zwanzigjährigen Mietverhältnissen.

Mietpreise von kleinen Wohnungen nehmen stark zu

Gegenüber dem Jahr 2000 erhöhten sich die Wohnungsmieten um durchschnittlich 40 Prozent. Die Quadratmeterpreise stiegen weniger stark, da in diesen zwei Jahrzehnten viele kleinere Wohnungen durch grosszügigere ersetzt wurden. Abhängig von der Zimmerzahl stiegen die gemeinnützigen Quadratmeterpreise um elf bis 19 Prozent, die privaten um 25 bis 38 Prozent.

Statistik Stadt Zürich

Bei kleineren Wohnungen sind die Quadratmeter-Mietpreise pro Monat in der Regel höher als bei grösseren, wo sich die notwendigen Installationen auf eine grössere Wohnungsfläche verteilen. So liegt der mittlere Netto-Quadratmeterpreis für 2-Zimmer-Wohnungen bei 23.8 Franken, für drei Zimmer bei 19.9 und für vier Zimmer bei 18.0 Franken. Eine 100 Quadratmeter grosse 4-Zimmer-Wohnung kostet im Mittel also 1800 Franken pro Monat.

Die Quadratmeterpreise der 2-Zimmer-Wohnungen in den meisten Quartieren nahmen überdurchschnittlich zu. Vor allem in Innenstadtquartieren wie Werd-Langstrasse und im Kreis 5 sowie in allen weniger teuren Quartieren stiegen die Preise stark. Demgegenüber stieg das Preisniveau der 4-Zimmer-Wohnungen seit dem Jahr 2000 in verschiedenen Quartieren nur um rund 15 Prozent. Der Fokus auf kleinere Wohnungen ist auch bei der Bautätigkeit festzustellen: Im Umfeld stark steigender Preise gab es seit 2010 eine Hinwendung zu kleineren Wohneinheiten mit reduzierter Fläche.

Über die Mietpreiserhebung

Die Mietpreiserhebung 2022 basiert auf einem Zweischichtenmodell: Die regelmässige Lieferung von über 50’000 Mietpreisen durch Immobilienverwaltungen wurde durch eine Zufallsstichprobe von 5200 Wohnungen ergänzt. Diese Datenbasis erlaubt laut Statistik Stadt Zürich Aussagen für die wesentlichen Teilbereiche des Stadtzürcher Wohnungsmarkts.

Der Unsicherheitsbereich (95-Prozent-Konfidenzintervall) liegt gesamtstädtisch ungefähr bei ±2 Prozent der ausgewiesenen Medianpreise und Mittelwerte. In kleineren Quartieren – etwa im Hochschulquartier oder in der City – sind die Unsicherheiten grösser und können in Einzelfällen gegen 20 Prozent betragen. 

Die Detailresultate sind in einem Onlinetool auf der Webseite von Statistik Stadt Zürich verfügbar.

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