Mietwohnungen: Zu klein, zu laut, zu teuer
Aktualisiert

Mietwohnungen: Zu klein, zu laut, zu teuer

Die Hälfte der Mieter hält Ausschau nach einer neuen Bleibe. Jeder fünfte Mieter ist sogar sehr unzufrieden mit seiner Wohnsituation. Das ist das Ergebnis einer Online-Umfrage auf 20minuten.ch.

von
Olaf Kunz

Die überwiegende Mehrheit der Schweizer wohnen zur Miete. Dabei teilen sie sich - zumindest rechnerisch - eine Vierzimmerwohnung über 97,7 Quadratmeter mit drei weiteren Personen. Der durchschnittliche Mietzins liegt bei 1613 Franken. Vor allem die hohe Konkurrenz auf dem Mietermarkt führt zu Kompromissen. Aus der Not heraus wird beim Abschluss eines Mietvertrages viel geschluckt. Doch rund 20 Prozent der Mieter sind unzufrieden mit ihrer Wohnung. Das ist das Ergebnis einer Online-Umfrage auf 20minuten.ch.

Immer Ärger mit den Nachbarn

Häufiger Quell für Klagen über die Mietwohnung ist der unzureichende Ausbaustandard. Aber auch das Sprichwort «Der Frömmste kann nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt» scheint auch auf die Schweiz zu zu treffen. Immerhin 18 Prozent nennen die Nachbarn als Quell der Unzufriedenheit mit der Wohnsituation. Ausserdem finden zwei Fünftel der Mieter den Mietzins nicht angemessen. Einige dieser Mankos kann allerdings die Lage der Lage der Wohnung oder des Hauses wett machen. 77 Prozent der Befragten nennen diesen Faktor an erster Stelle für ihre Zufriedenheit, gefolgt von der Grösse des Objekts und einer ruhigen Wohnlage.

My home is my castle

Die Mehrheit aller Schweizer lebt in gemietetem Wohnraum. Lediglich 32 Prozent lebt in ihren eigenen vier Wänden. Über 50 Prozent aller Häuslebesitzer haben sich dabei für ein allein stehendes Einfamilienhaus entschieden. Wer ein Haus baut oder erwirbt, nimmt ein grosses Risiko auf sich. Dennoch lohnt sich die Investition für die meisten. Drei Viertel aller Eigentümer von Haus und Grund ist - im Gegensatz zu einem Grossteil der Mieter - sehr zufrieden mit der Wohnsituation.

100 Quadratmeter eher Regelfall

Während sich in den Städten fast jeder Fünfte mit maximal 60 Quadratmetern begnügen muss, ist dies in ländlichen Gegenden nur bei jedem 13. der Fall. 60 Prozent aller Befragten mit Wohnsitz auf dem Land geben an, über 100 oder mehr Quadratmeter Wohnfläche zu verfügen. In der Stadt liegt der Anteil derer, die derart grosszügig leben, bei lediglich 30 Prozent. In der Agglomeration sind es immerhin noch 48 Prozent, die sich über Platzmangel nicht beklagen können.

Ehrlich wohnt am längsten

Die Schweizer sind in Sachen Wohnungssuche einiges gewöhnt und haben schon ein dickes Fell entwickelt. So geben auch in den Grossstädten der Eidgenossenschaft nur 20 Prozent der Befragten an, dass sie sehr lange gesucht haben. Auch wenn einzelne Vermieter mitunter schon Wohnraum gegen sexuelle Gefälligkeiten anbieten (20minuten.ch berichtete), scheint dies noch immer eine grosse Ausnahme zu sein. Lediglich 2,7 Prozent geben an, über fragwürdige Wege wie Bestechung, Lüge oder zweideutige Angebote zu ihren eigenen vier Wände gekommen zu sein. Überraschend: Dieser Wert ist auch in grösseren Städten der Schweiz nicht höher.

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